ENDURANCE: kein Nachteil beim neu diagnostizierten Multiplen Myelom

Lenalidomiderhaltung darf enden

Aus der Fachliteratur
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In beiden Gruppen lebte etwa ein Drittel sieben Jahre progressionsfrei.

Muss man Lenalidomid beim Multiplen Myelom immer bis zum Progress einnehmen? Eine auf zwei Jahre begrenzte Erhaltung brachte in ENDURANCE keinen Prognosenachteil.

Momentan führen Ärzt:innen die Lenalidomiderhaltung bei Patient:innen mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom (NDMM) meist bis zum Progress fort. Neuen Daten zufolge könnten zwei Jahre der Medikation jedoch für bestimmte Erkrankte reichen, wie Prof. Dr. Shaji Kumar, Mayo Clinic, Rochester, und Kolleg:innen berichten.

Kein OS-Nachteil mit nur zwei Jahren Lenalidomid

An der Phase-3-Studie ENDURANCE nahmen 516 NDMM-Patient:innen mit Standardrisiko teil, die nicht upfront eine autologe Stammzelltransplantation erhielten. Nach Induktion mit einem Proteasominhibitor und Lenalidomid randomisierte das Team die Teilnehmenden zu einer zeitlich unbegrenzten Lenalidomiderhaltung oder einer auf zwei Jahre begrenzten Behandlung.

Nach einem Follow-up von median 86 Monaten spiegelte sich die Erhaltungsdauer nicht in einem signifikanten OS-Unterschied wider. Nach sieben Jahren lebten noch 68,9 % derer, die Lenalidomid dauerhaft einnahmen, und 69 % jener, die geplant nach zwei Jahren stoppten. 36,1 % beziehungsweise 29,7 % erlitten in diesem Zeitraum auch keinen Progress.

Unbegrenzte Erhaltung verursachte mehr Toxizitäten

Die zeitlich unbegrenzte Behandlung verursachte allerdings mehr unerwünschte Ereignisse (UE). Nichthämatologische UE vom Grad ≥ 3 trafen in dieser Gruppe 48,2 % der Behandelten, verglichen mit 31,5 % im zeitlich begrenzten Arm. Die kumulative Fünf-Jahres-Inzidenz neuer Primärtumoren außer weißem Hautkrebs erreichte 11,2 % vs. 8,3 %.

Kumar S. et al. N Engl J Med 2026; 395(3): 221-232; doi: 10.1056/NEJMoa2600157

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