Wenn die Nase läuft und läuft

Rhinitis: Nicht immer steckt eine Allergie dahinter

Aus der Fachliteratur
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 4 Min
Eine ständig laufende Nase kann verschiedene Ursachen haben. Liegt eine Allergie vor? Oder gibt es andere Auslöser?

Einer nicht-allergischen Rhinitis auf die Spur zu kommen, fällt oftmals schwer. Dafür sorgen eine Vielzahl an Subtypen, allergieähnliche Symptome und das Fehlen eines eindeutigen Tests. Die Diagnostik fußt daher auf einer akribischen Anamnese.

Verstopfte Nase, Niesattacken, Rhinorrhö und das Postnasal-Drip-Syndrom: Bis zu 40 % der Bevölkerung leiden unter den unspezifischen Symptomen einer Rhinitis. Auf eine infektiöse Ursache deuten Kopf- und Gesichtsschmerzen, gefärbtes Nasensekret und ein generelles Krankheitsgefühl hin, schreibt ein Autorenteam um Dr. ­Julie ­van ­Waterschoot von der Universitätsklinik Löwen.

Allergieverdacht gezielt abklären

Tropft nur aus einem Nasenloch klares Sekret, ist ein Liquorleck in Betracht zu ziehen, insbesondere wenn ein Kopftrauma oder eine OP an der Schädelbasis vorausging. Niesattacken, Prickeln in der Nase sowie juckende und tränende Augen lassen primär an eine Allergie denken. Anam­nestisch ist u. a. nach Saisonalität der Beschwerden, Exposition gegenüber potenziellen Allergenen, Triggern, Komorbiditäten und familiärer Belastung zu fragen. Mittels Haut-Prick-Test bzw. der Messung von spezifischem IgE lässt sich das auslösende Allergen meistens ermitteln. Bleiben die genannten Untersuchungen negativ, kann immer noch eine lokale allergische Rhinitis ohne systemische Atopie vorliegen, erinnern die Kolleginnen und Kollegen. Sie wird durch Aeroallergene – vor allem die der Hausstaubmilbe – verursacht und am besten durch eine nasale Allergenprovokation nachgewiesen.

Nur wenn sowohl eine infektiöse als auch eine (lokale) allergische Rhinitis als Ursache der Symptome sicher ausgeschlossen sind, darf man von einer nichtallergischen Rhinitis (NAR) ausgehen. Bekannt sind zahlreiche Spielarten mit ganz unterschiedlichen Auslösern, weshalb die umfassende Anam­nese und das gezielte Nachfragen zum Identifizieren vorhandener Trigger so wichtig sind. In der HNO-Praxis wird man zudem mittels Endoskop Nasenmuscheln, -höhlen und -schleimhaut beurteilen und ggf. eine Zytologie veranlassen.

Mixed Rhinitis: Wenn Allergie und Überempfindlichkeit zusammentreffen

Der Nachweis einer Allergie schließt das Vorhandensein einer nichtallergischen Rhinitis keineswegs aus. Bis zu 50 % der Patientinnen und Patienten zeigen Reaktionen, die auf beide Entitäten hindeuten. Man spricht dann von einer mixed Rhinitis.

Vasomotorische Rhinitis: Typische Trigger erkennen

Der häufigste NAR-Subtyp ist mit 50–80 % die vasomotorische Rhinitis (VMR). Bei ihr liegen sowohl eine nasale Hyperreaktivität als auch eine dysregulierte sympathische und parasympathische Innervation vor. Als typische Trigger gelten Zigarettenrauch, starker Parfümgeruch, Reinigungsmittel, alkoholische Getränke, schwankende Temperaturen und/oder Luftfeuchte sowie trockene Luft. Nachweisen lässt sich die nasale Hyperreaktivität via Provokation mit kalter trockener Luft. Behandelt wird mit intranasal applizierten Antihistaminika und/oder Kortikosteroiden. Ein Ansprechen unterstützt die VMR-Diagnose.

Senile Rhinitis: Wenn im Alter ständig die Nase läuft

Die senile Rhinitis, bei der es zur vermehrten Bildung eines klaren Sekrets kommt, tritt bei fast jedem dritten Menschen über 65 Jahre auf. Ursache sind eine cholinerge Hyperreaktivität und altersbedingte anatomische Veränderungen, die den nasalen Luftstrom beeinflussen und das Gefühl vermitteln, die Nase sei verstopft. Die Therapie erfolgt häufig mit Nasensprays, die Ipratropiumbromid enthalten. Auch in diesem Fall legt ein Behandlungserfolg die Diagnose senile Rhinitis nahe.

Gustatorische Rhinitis: Scharfes Essen als Auslöser

Die gustatorische Rhinitis wird zumeist durch capsaicinhaltige Lebensmittel wie Chili, Zwiebeln, Senf oder scharfe Saucen ausgelöst. Ist dies der Fall, kann man durch die wiederholte Exposition gegenüber der Substanz eine Desensibilisierung erreichen.

Berufsbedingte Rhinitis durch niedermolekulare Stoffe, Chlor oder Kälte

Sie wollen den ganzen Inhalt lesen?
Loggen Sie sich ein
Daten werden geladen...

Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie! Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz und dürfen nur ausgewiesenen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugänglich gemacht werden. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie zu dieser Zielgruppe gehören, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren würden! Im Anschluss erhalten Sie sofortigen Zugang zu diesem und vielen weiteren, interessanten Inhalten zu medizinisch-wissenschaftlichen Fachthemen! Aktuelle News, spannende Kongressberichte, CME-Fortbildungen und vieles mehr erwarten Sie! Wir freuen uns auf Sie!

Bei Google bevorzugen

Sie möchten bei der Suche nach aktuellen Entwicklungen häufiger unsere Beiträge sehen? Dann fügen Sie uns jetzt zu Ihren bevorzugten Quellen hinzu.

Als bevorzugte Quelle auswählen
Wie funktioniert das? Häufige Fragen: Hier erfahren Sie mehr

Das könnte Sie auch interessieren