Polypharmazie und Deprescribing: Medikamente reduzieren und absetzen
Polypharmazie ist im Alter eher die Regel als die Ausnahme. Im Durchschnitt nehmen geriatrische Patientinnen und Patienten neun bis zehn Dauermedikamente ein. Die Risiken werden häufig unterschätzt: Sturzgefahr, Delir, Müdigkeit, sinkende Therapietreue und gefährliche Wechselwirkungen.
Diese Podcast-Folge ist erstmalig am 09.04.2026 im O-Ton Allgemeinmedizin erschienen.
In dieser Folge von O-Ton Innere Medizin spricht Medizinredakteuer Tobias Stolzenberg mit Prof. Dr. Michael Denkinger, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, über das gezielte Reduzieren und Absetzen von Medikamenten, das sogenannte Deprescribing.
Prof. Denkinger erklärt, wann Polypharmazie zum Problem wird, welche Rolle Tools wie die FORTA-Liste, die Priscus-Liste und die STOPP/START-Kriterien spielen, und warum klinische Erfahrung, strukturierte Algorithmen und der Dialog mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen unersetzlich sind.
Außerdem: Wie sieht es haftungsrechtlich aus? Welche Substanzen sind beim Deprescribing besonders heikel – Opioide, Antipsychotika, Schlafmittel? Und was muss sich strukturell ändern, damit Deprescribing in Deutschland Breitenwirkung entfaltet?
In dieser Folge u. a.:
Definition und Häufigkeit von Polypharmazie
Drug-Drug- und Drug-Disease-Interaktionen
FORTA, Priscus, STOPP/START, Beers im Vergleich
Deprescribing-Algorithmen und internationale Ressourcen
rechtliche Absicherung und Dokumentation
Wann ist der richtige Zeitpunkt für Deprescribing?
Zukunftsvision: Vernetzung, Digitalisierung, Gesprächsmedizin
Weiterführende Informationen:
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