Akute Extremitätenischämie: Risiko nach PCI
Selten, aber fatal: Nach einer perkutanen Koronarintervention kann eine akute Extremitätenischämie auftreten, die mit einer schlechten Prognose einhergeht. Besonders gefährdet sind Patientinnen und Patienten mit PAVK.
Wenn es um Komplikationen nach einer perkutanen Koronarintervention geht, stehen meist akute Blutungen z. B. durch eine Perforation im Fokus. Doch man sollte auch seltene Ereignisse wie eine akute Extremitätenischämie auf dem Schirm haben. Diese ist mit einer schlechten Prognose assoziiert.
Aufgrund der weit verbreiteten Kathetereingriffe – allein in den USA erfolgen jährlich rund 600.000 perkutane Koronarinterventionen (PCI) – ist es wichtig, die periprozeduralen Komplikationen genau zu kennen, betont ein Team um Dr. Monil Majmundar, University of Kansas Medical Center. Die akute Extremitätenischämie beispielsweise geht mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher. Allerdings gibt es kaum Daten zu deren Häufigkeit und Outcome nach PCI, weshalb das Autorenteam Daten aus einem US-Register (Nationwide Readmissions Database) auswertete.
Die Analyse umfasst etwa 630.000 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2016 und 2020 aufgrund ihrer stabilen KHK eine PCI erhalten hatten. 0,55 % (3.456 Personen) erlitten eine akute Extremitätenischämie, davon 82,9 % im Bein und 12,0 % im Arm. In Bezug auf die Risikofaktoren fiel eine deutlich erhöhte Komorbidität der Betroffenen auf. Während eine PAVK bei 90,7 % derjenigen mit einer postinterventionellen akuten Ischämie bestand, galt dies nur für 23,6 % ohne die Komplikation.
Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Gerinnungsstörung und Lebererkrankung fanden sich bei den Ischämiepatientinnen und -patienten ebenfalls signifikant häufiger. Als wichtigster Prädiktor erwies sich aber die PAVK mit einem 53-fach erhöhten Risiko (Odds Ratio 53,03). Als grundsätzlicher Risikofaktor für die Komplikation am Bein wird der Einsatz arterieller Verschlusssysteme nach der PCI diskutiert. Derartige periprozeduralen Informationen gaben die Registerdaten allerdings nicht her.
Eine akute Extremitätenischämie erhöhte die Sterblichkeit während des Klinikaufenthalts um den Faktor 1,6, das Risiko für eine Majoramputation stieg um den Faktor 4,7. Therapiert wurde bei 40,9 % mittels Embolektomie, bei 11,6 % mittels Thrombolyse. Im Vergleich der beiden Methoden lag die Krankenhausmortalität nach Embolektomie höher, die Thrombolyse war mit einem höheren Risiko für Majoramputationen verbunden. Welche Extremität betroffen war, hatte auf das Outcome insgesamt keinen Einfluss.
Das Autorenteam weist auf Limitationen seiner Studie hin, die sich v. a. aus den Registerdaten ergeben. Nichtsdestotrotz würde ihre Untersuchung eine signifikante Lücke in der Literatur schließen.
Majmundar M et al. J Am Heart Assoc 2025; 14: e040026; doi:10.1161/JAHA.124.040026