Ausdauerlaufen schadet dem Herz nicht
Nach einem Marathonlauf steigt das kardiale Troponin und die rechtsvntrikuläre Auswurffraktion sinkt. Doch eine Langzeitstudie zeigt: Langfristig bleibt die Herzfunktion stabil.
Langjähriges intensives Lauftraining und die Teilnahme an Marathonwettkämpfen schadet der Herzmuskelfunktion in der Regel nicht, wie eine Langzeitstudie zeigt. Anlass für die Untersuchung war die Beobachtung, dass nach starken sportlichen Belastungen das kardiale Troponin T steigt und die rechtsventrikuläre Auswurffraktion abnimmt.
Ein Forscherteam um Dr. Michael Johannes Schindler von der Universitätsklinik Zürich ging nun der Frage nach, ob wiederholte Laufbelastungen langfristig einen Umbau des Herzmuskels und eine Ventrikeldysfunktion provozieren. An der Studie nahmen 152 männliche Freizeit-Marathonläufer (Durchschnittsalter 43 Jahre) teil. Alle unterzogen sich zwei Wochen vor dem München-Marathon 2009, innerhalb einer Stunde danach sowie ein und drei Tage später einer Echokardiografie sowie der Bestimmung der kardialen Biomarker. 2019 absolvierten die Männer erneut eine entsprechende kardiale Diagnostik.
Das Ergebnis: Unmittelbar nach dem Rennen und einen Tag danach wiesen die Läufer eine signifikant schlechtere rechtsventrikuläre Ejektionsfraktion auf als davor. Sie erholte sich jedoch nach drei Tagen wieder und blieb auch zehn Jahre später stabil. Die linksventrikuläre Auswurfleistung verschlechterte sich nach dem Marathon ebenfalls und lag noch zehn Jahre später niedriger als zu Studienbeginn. Darüber hinaus nahm der linksventrikuläre Füllungsdruck im Zeitverlauf zu. Diese Veränderungen blieben jedoch im Normbereich, betonen die Forschenden. Die belastungsinduzierte Troponin-T-Freisetzung korrelierte weder mit der akuten, transienten rechtsventrikulären Dysfunktion noch mit der rechts- oder linksventrikulären Funktion nach zehn Jahren, berichten sie abschließend.
Schindler MJ et al. JAMA Cardiol 2026; 11: 36-44; doi: 10.1001/jamacardio.2025.4456