Der Herzgesundheit auf den Zahn gefühlt
Schluderei bei der Zahngesundheit spiegelt sich im EKG wider: Eine große US-Studie verknüpft eine vernachlässigte Dentalprophylaxe mit einem höheren Herzrisiko. Nachweisbar ist das bereits im subklinischen Stadium.
Ohne regelmäßige zahnärztliche Vorsorgetermine steigt das kardiovaskuläre Risiko. Nachweisbar ist das bereits im subklinischen Stadium. Das zeigt eine große retrospektive Kohortenstudie der Mayo Clinic, die KI-gestützte EKG-Algorithmen zur Risikostratifizierung einsetzte.
Analysiert wurden die Daten von 266.637 ambulanten Patientinnen und Patienten, die zwischen 2018 und 2024 einen Fragebogen zu sozialen Gesundheitsfaktoren ausgefüllt und innerhalb eines Jahres ein 12-Kanal-EKG erhalten hatten. Das Durchschnittsalter lag bei knapp 60 Jahren, 51 % waren Frauen. 49.918 Personen (18,7 %) gaben an, keine regelmäßige Zahnarztvorsorge (mindestens einmal jährlich) zu nutzen. Validierte KI-EKG-Algorithmen ermittelten kontinuierliche Risikowerte für Vorhofflimmern, Aortenstenose, reduzierte Ejektionsfraktion und kardiale Amyloidose sowie das sogenannte Delta-Alter als Maß für kardiovaskuläres Altern.
Mangelnde Zahnvorsorge erhöhte das Risiko für vier Herzerkrankungen
In der multivariablen Analyse war eine mangelnde Zahnvorsorge mit einem signifikant erhöhten KI-EKG-Risiko für eine Aortenstenose (Odds Ratio, OR, 1,90), reduzierte Ejektionsfraktion (OR 1,80), kardiale Amyloidose (OR 1,18) und Vorhofflimmern (OR 1,10) assoziiert. Auch das Delta-Alter war erhöht (OR 1,03). Die Gesamtmortalität stieg nach Adjustierung für Demografie, Risikofaktoren und KI-EKG-Scores bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren signifikant an (Hazard Ratio 1,45).
Hamidabad NM et al. J Am Heart Assoc 2026; 15: e044906; doi: 10.1161/JAHA.125.044906