Je niedriger, desto besser

LDL-C-Zielwerte nach Schlaganfall

Aus der Fachliteratur
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Patientinnen und Patienten nach ischämischem Schlaganfall profitieren offenbar langfristig von einer besonders intensiven Senkung des LDL-Cholesterins.

Eine Analyse der FOURIER-Studie und von FOURIER-OLE zeigt: Wer nach ischämischem Schlaganfall das LDL-Cholesterin besonders stark senkt, hat langfristig ein deutlich geringeres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod – ohne erhöhtes Risiko für hämorrhagischer Infarkte.

Patientinnen und Patienten nach ischämischem Schlaganfall profitieren offenbar langfristig von einer besonders intensiven Senkung des LDL-Cholesterins. Das zeigt eine Analyse der Daten einer bis zu sieben Jahre andauernden Studie mit 5.291 Personen, die den PCSK9-Hemmer Evolocumab erhalten hatten.

Je niedriger die therapeutisch erreichten LDL-Werte, desto geringer war das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, da­runter Herzinfarkt, kardiovaskulärer Tod oder erneuter Schlaganfall. Betroffene mit einem LDL-C unter 40 mg/dl hatten im Vergleich zu jenen mit Werten über 70 mg/dl ein um rund 30 % reduziertes Risiko für den primären Endpunkt (Incidence Rate Ratio, IRR, 0,69). Auch das Risiko für Schlaganfälle jeglicher Art (IRR 0,73) und für ischämische Schlaganfälle (IRR 0,75) sank signifikant, während die Rate hämorrhagischer Infarkte unverändert blieb.

Geringeres Langzeitrisiko ohne erhöhte Blutungsgefahr

Die Autorengruppe schließt aus ihren Ergebnissen, dass für die Sekundärprävention nach ischämischem Schlaganfall offenbar ein Je-niedriger-desto-besser-Prinzip gilt. Eine LDL-C-Senkung gegebenenfalls unter 40 mg/dl könnte demnach ohne erhöhtes Blutungsrisiko das Langzeitrisiko für kardiovaskuläre Komplikationen reduzieren.

Monguillon V et al. Circulation 2025; 153: 86-93; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.125.077549