Leitlinie zu kardiovaskulärer Erkrankung und CKD

Chronische Nierenerkrankung: „Wir wollen den Urin in die Kardiologie bringen“

ESC* Congress 2026
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 3 Min
Ein einfacher Urinstreifentest reicht zum Screening auf eine chronische Nierenerkrankung nicht aus. Die Probe muss zur Bestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten ins Labor geschickt werden.

STAMP on CKD – so lautet das zentrale Akronym der neuen europäischen Leitlinie zum Management von kardiovaskulären Leiden und chronischer Nierenerkrankung. Was es bedeutet und warum die Leitlinien-Premiere gerade jetzt so wichtig ist, erklärt ein Mitautor.

Fällt die glomeruläre Filtrationsrate in den Bereich einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) ab, steigt u. a. das Risiko für KHK, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern. Umgekehrt tritt die CKD als Folge kardiovaskulärer Erkrankungen auf. Innerhalb der ersten drei Monate nach einer herzinsuffizienzbedingten Hospitalisierung ist beispielsweise das Risiko für ein akutes Nierenversagen mehr als 30-fach erhöht. Prof. Dr. ­William Herrington, University of Oxford, beschrieb die bi­direktionale Beziehung als regelrechten Teufelskreis. „Es besteht nicht nur Handlungs­bedarf, sondern dringender Handlungsbedarf“, sagte er.

Lasst uns die chronische Nierenerkrankung eradizieren!

Prof. Dr. William Herrington

Aus diesem Grund hat die Europäische Gesellschaft für Kardiologie erstmals eine Leitlinie zum Management von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und CKD veröffentlicht. Das eigens geschaffene Akronym „STAMP on CKD“ gibt dabei die Richtung vor. Oder wie Prof. Herrington es ausdrückte: „Lasst uns die chronische Nierenerkrankung eradizieren!“ Ein hehres Ziel angesichts der prognostizierten weltweiten Entwicklung. Während das renale Leiden im Jahr 2016 auf Platz 16 der häufigsten Todesursachen stand, landet es 2050 Schätzungen zufolge auf Platz 5.

Wofür steht STAMP in der neuen Leitlinie zu Nieren- und Herzerkrankungen?

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