Orales Semaglutid senkt MACE-Risiko bei Typ-2-Diabetes
Bei Typ-2-Diabetes mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko verbessert orales Semaglutid laut SOUL-Studie das kardiovaskuläre Risikoprofil und schützt vor schweren kardialen Ereignissen.
Atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den gefürchteten Komplikationen des Typ-2-Diabetes. Der orale GLP1-Rezeptoragonist Semaglutid schützt den Ergebnissen der internationalen SOUL-Studie zufolge Betroffene wirksam vor schweren kardialen Ereignissen, berichtet ein Team um Prof. Dr. Sharon Mulvagh, Dalhousie University in Halifax. Eine Post-hoc-Analyse zeige, dass die Patientinnen und Patienten auch hinsichtlich ihres kardiovaskulären Risikoprofils von der Substanz profitieren.
GLP1-Rezeptoragonisten stabilisieren atherosklerotische Gefäßplaques und verbessern die Endothelfunktion. Semaglutid ist das erste lang wirksame GLP1-Analogon, das nicht nur als Injektion, sondern auch in oraler Formulierung zugelassen ist. Zwischen 2019 und 2021 behandelte die Autorengruppe mehr als 4.800 kardiovaskulär und renal vorbelastete Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes zusätzlich zur Standardtherapie mit dem Wirkstoff. Ebenso viele Personen erhielten Placebo.
Bereits nach 13 Wochen Therapie wiesen die mit oralem Semaglutid Behandelten im Vergleich zur Kontrollgruppe einen niedrigeren HbA1c-Wert, einen signifikant geringeren systolischen Blut- und Pulsdruck, niedrigere Nicht-HDL-, HDL-, Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegel sowie signifikant niedrigere Werte für das hochsensitive CRP auf. Die Behandlungsvorteile bestanden bis zur 156. Woche fort. Auch bezüglich des Körpergewichts bot Semaglutid deutliche Vorteile. Einen dauerhaften Nutzen hinsichtlich des LDL-Cholesterins oder des diastolischen Blutdrucks beobachteten die Forschenden dagegen nicht.
Es gilt zu prüfen, ob Menschen ohne Diabetes auch profitieren
Beim Hochrisiko-Typ-2-Diabetes beeinflusst orales Semaglutid das kardiovaskuläre Risikoprofil günstig, und zwar unabhängig vom Körpergewicht, schreibt Prof. Dr. Sadiya Khan von der Northwestern University in Chicago in einem redaktionellen Hinweis. Nun sei zu prüfen, ob auch Menschen ohne Diabetes von dem Arzneistoff profitieren.
Quellen:
1. Mulvagh SL et al. JAMA Cardiol 2026; 11: 427-437; doi: 10.1001/jamacardio.2026.0245
2. Khan SS. JAMA Cardiol 2026; 11: 437-438; doi: 10.1001/jamacardio.2026.0261