Schichtarbeit nagt an den Gefäßen

Schichtarbeit: Risiko für ein Aortenaneurysma steigt

Aus der Fachliteratur
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Schichtarbeit kann weit mehr als nur eine Störung des zirkadianen Rhythmus bewirken.

Schichtarbeit kann weit mehr als nur eine Störung des zirkadianen Rhythmus bewirken. Das zeigt eine aktuelle Forschungsarbeit von Forschenden um Dr. Xinyi Liu des Beijing Anzhen Hospital und der Capital Medical University in Peking.

In der Studie konnte die Schichtarbeit mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung eines Aortenaneurysmas assoziiert werden. Besonders hoch war die Gefahr in Kombination mit einem ungesunden Lebensstil.

Die Arbeit stützt sich auf Daten der UK-Biobank. Von den eingeschlossenen 213.971 Erwerbstätigen, die zwischen 2006 und 2010 rekrutiert wurden, arbeiteten etwa 16 % in einem Schichtbetrieb. Über ein mittleres Follow-up von 14,9 Jahren trat bei insgesamt 1.035 Personen ein Aortenaneurysma auf. Das Risiko war für Schichtarbeitende dabei signifikant höher als für Menschen mit anderen Arbeitszeiten (Hazard Ratio, HR, 1,24).

In einem weiteren Schritt analysierten die Forschenden mögliche Wechselwirkungen mit lebensstilbezogenen Faktoren wie Bewegung, Ernährung, Tabak- oder Alkoholkonsum. Es zeigte sich, dass Schichtarbeit in Kombination mit vier bis fünf Faktoren einer ungesunden Lebensweise – insbesondere Rauchen – das Risiko eines Aortenaneurysmas im Vergleich zu gesunden, „normal“ Arbeitenden auf mehr als das Doppelte ansteigen ließ (HR 2,26).

Über den Lebensstil ließ sich ein Teil der Assoziation erklären, sie war jedoch auch von diesem unabhängig für Schichtarbeitende stärker ausgeprägt, betont das Autorenteam. Entscheidend war die Kombination aus beiden Einflussgrößen.    

Liu X et al. J Am Heart Assoc 2025; 14: e040481; doi:10.1161/JAHA.124.040481