Hat eine Medikamentenkombi die Nase vorn bei der Apoplexprophylaxe?

Schluss mit Schlag auf Schlag

Aus der Fachliteratur
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Bei der Apoplexprophylaxe kommt es auf die Medikamentenkombination an.

Bei der Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls mit Statinen scheint die zusätzliche Gabe von Ezetimib das Outcome weiter zu verbessern. Allerdings ist offenbar relevant, welches Statin eingesetzt wird.

Beim ischämischen Hirninsult senken Statine das Rezidivrisiko, wobei die Kombination mit Ezetimib diesen Effekt noch steigern kann. Allerdings hängt dessen verstärkende Wirkung offenbar vom Typ des Statins ab, wie ein Arbeitsgruppe um Dr. ­Da­ Hoon­ Lee­ von der Ewha Womans University in Seoul herausgefunden hat. Sie untersuchte diesen Zusammenhang in zwei Studien mit unterschiedlichem Design. Eingeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit ischämischem Schlaganfall, die zwischen Juli 2017 und Juli 2021 stationär behandelt worden waren und Atorvastatin (n = 16.215) oder Rosuvastatin (n = 10.722) erhielten.

In der Kohortenstudie wurde das Risiko für einen erneuten Hirninsult mit und ohne zusätzliche Ezetimib-Einnahme gegenübergestellt. Ein Propensity-Score-Matching sorgte für die Komparabilität der Gruppen, statistische Modelle dienten zur Einschätzung der Hazard Ratios (HRs) und der adjustierten HRs (aHRs). Die Fallkontrollstudie verglich die Ezetimibeinnahme bei Personen mit Rezidivinsult und nach Alter, Geschlecht und Indexjahr passenden Kontrollen, ermittelt wurden die Odds Ratios (ORs) und adjustierten ORs.

Ezetimib plus Atorvastatin mit niedrigem Risiko für ein Schlaganfallrezidiv

Die Auswertung der Kohortenstudie ergab, dass die kombinierte Gabe von Ezetimib und Atorvastatin mit einer signifikant geringeren Inzidenz rezidivierender Hirninsulte verbunden war als Atorvastatin mono (aHR 0,73, p = 0,037). Die Anwendung von Rosuvastatin als Partner hatte dagegen keinen Einfluss (aHR 1,00, p = 0,985). Diese Effekte wurden in der Fallkon­trollstudie bestätigt (Ezetimib plus Atorvastatin aOR 0,74, Ezetimib plus Rosuvastatin aOR 1,01). Der gleiche Trend zeigte sich in der expandierten Analyse, die Personen mit transienter ischämischer Attacke einschloss, was diese Aussage stützte.

Nach diesen Ergebnissen war die Zugabe von Ezetimib zu Atorvastatin mit einem niedrigeren Risiko für ein Schlaganfallrezidiv verbunden, wogegen die Kombination von Ezetimib und Rosuvastatin keinen solchen Effekt hatte, schlussfolgern die Autorinnen und Autoren. Sie betonen jedoch, dass es sich bei ihrer Untersuchung um eine Beobachtungsstudie mit den bekannten Schwächen handelt. Für eine definitive Einschätzung sollten die Ergebnisse noch durch weitere Studien gestützt werden.

Lee DH et al. J Am Heart Assoc 2025; 14: e038873; doi: 10.1161/JAHA.124.038873

Dr. Dorothea Ranft

Freie Autorin
Dr. Dorothea Ranft ist als freie Autorin für die Medical Tribune und die damit assoziierten Fachpublikationen tätig.

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