Blutdruckmanagement

Stabile Blutwerte schützen die Nieren

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Wie wichtig eine kontinuierliche und gleichmäßige Blutdruckkontrolle ist, zeigt eine Post-hoc-Analyse der SPRINT-Studie.

Ein schwankender systolischer Blutdruck kann die Nieren stark belasten. Eine Post-hoc-Analyse der SPRINT-Studie zeigt: Entscheidend ist nicht, wie niedrig man den Blutdruck bekommt, sondern wie konstant er im Zielbereich bleibt.

Wie wichtig eine kontinuierliche und gleichmäßige Blutdruckkontrolle ist, zeigt eine Post-hoc-Analyse der SPRINT-Studie. Hierfür kamen Daten von 8.985 Teilnehmenden mit arterieller Hypertonie und erhöhtem kardiovaskulären Risiko zur erneuten Auswertung. In der ursprünglich zwischen 2010 und 2013 durchgeführten randomisierten Untersuchung war eine intensive Blutdrucksenkung (< 120 mmHg systolisch) mit der Standardtherapie (< 140 mmHg) verglichen worden.

Blutdruckkonstanz überdrei Monate ermittelt

Für die Sekundäranalyse wurde ermittelt, welchen Einfluss die Zeitdauer im systolischen Zielbereich (Time in Target Range, TTR) auf das Risiko für ein akutes Nierenversagen hatte. Der Zielbereich lag bei 110–130 mmHg im intensiven und bei 120–140 mmHg im Standardarm, jeweils über drei Monate.

Je stabiler der Blutdruck innerhalb dieser Bereiche blieb, desto geringer war auch die Wahrscheinlichkeit für ein akutes Nierenversagen. Mit jeder Zunahme der Zeit im systolischen Zielbereich um eine Standardabweichung verringerte sich das Risiko um 14 % (Hazard Ratio, HR, 0,86). Teilnehmende mit hohen TTR‑Werten (≥ 59–100 %) hatten ein signifikant niedrigeres Risiko für einen akuten Nierenschaden als solche mit niedrigeren Werten (< 59 %; HR 0,69). Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig von der Intensität der Therapie. Entscheidend scheint also weniger der tatsächlich erreichte RR zu sein, sondern die Stabilität der Blutdruckeinstellung.

Chen WH et al. Hypertension 2025; 82: 2218-2226; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.125.25511