Mythen der Ernährung

Verzicht auf gesättigte Fette senkt LDL - aber nicht die Sterblichkeit

21. Diabetologie-Update-Seminar
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Weniger gesättigte Fette senken LDL - die Sterblichkeit bleibt dennoch unbeeinflusst.

Seit Jahrzehnten gilt Fettverzicht als Herzschutz. Ein Review von 2025 mit Daten aus 17 Studien zeigt nun: LDL und Gesamtcholesterin sinken dadurch, Mortalität sowie Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko werden aber nicht beeinflusst.

Die Empfehlung, den Konsum gesättigter Fettsäuren zu reduzieren, gibt es seit Jahrzehnten. So riet 1977 die Gesundheitsbehörde in den USA, dass sie nur 10 % der gesamten Energieaufnahme ausmachen sollten: Geboren waren Low-fat-Produkte, die man bis heute auf dem Markt findet. Sogar Gummibärchen würden heute „ohne Fett“ angeboten, erklärte Prof. Dr. ­Stephan ­Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf. Sinnvoll sei das alles nicht.

Kein kardiovaskulärer Benefit durch weniger Fett

Im Hinblick auf das kardiovaskuläre Risiko und die Entwicklung eines Diabetes kommt es wohl eher auf die Matrix an, in der sich Fette befinden, und nicht auf die Fette selbst. In einem Review von 2025 mit Daten von mehr als 66.000 Teilnehmenden  aus 17 Studien zeigte sich, dass das LDL- und das Gesamtcholesterin absinken, wenn man den Konsum gesättigter Fettsäuren einschränkt. Auf Gesamtmortalität sowie tödliche und nichttödliche Herzinfarkte bzw. Schlaganfälle hatte der Fettverzicht dagegen keinen Einfluss, berichtete Prof. Martin.

Die Empfehlung „Lassen Sie Fett weg“ bringe den Patientinnen und Patienten nichts, betonte der Kollege. Bei einem grenzwertigen LDL auf die Ernährungsmodifikation zu setzen, sei falsch. Bestehe die Indikation zu einer Lipidsenkung, solle man medikamentös behandeln.

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