Autonome Dysfunktion bei MS

Schwitzen als frühes Warnsignal für MS

Aus der Fachliteratur
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Forscher zeigen, dass abnormes Schwitzen MS ankündigen kann.

Störungen der Schweißproduktion können ein frühes Anzeichen einer Multiplen Sklerose sein. Eine Studie aus Zagreb zeigt: Der Hautleitfähigkeitstest eignet sich als einfaches, nichtinvasives Screening für sudomotorische Dysfunktionen bei MS-Patienten.

Eine Multiple Sklerose (MS) beeinträchtigt das autonome Nervensystem, was neben Obstipation, Dysurie, orthostatischer Hypotonie und anderen kardiovaskulären Anomalien auch zu Störungen der Sudomotorik führen kann. Eine abnorme Schweißproduktion ist sogar oft das erste Anzeichen der autonomen Dysfunktion, schreibt ein Team um Dr. ­Katy ­Jerčinović, Universität Zagreb. Trotz der klinischen Bedeutung und hohen Prävalenz sei die Problematik kaum erforscht.

Deshalb rekrutierten die Forschenden 75 Erwachsene mit unbehandelter MS. Keiner von ihnen nahm Medikamente wie Anticholinergika, Betablocker oder Diuretika ein, die das autonome Nervensystem inkl. der Sudomotorik beeinflussen. 22 MS-Kranke (29,3 %) berichteten von einer zumeist vermehrten Schweißproduktion. Der Schweißprovokationstest (Stimulation von Hautarealen mit Acetylcholin) detektierte in 13 Fällen (17,3 %) eine Hyperhi­drose, der Hautleitfähigkeitstest in acht Fällen (10,7 %). Die am Bein gewonnenen Messwerte beider Verfahren korrelierten positiv miteinander. Nach Analyse der MRT-Bildgebung stellten die Forschenden fest, dass Personen mit MS-Läsionen im HWS-Bereich eine signifikant höhere Hautleitfähigkeit an den Händen aufwiesen als Personen ohne dieses Befallsmuster. Die Messung der Hautleitfähigkeit ermöglicht ein bequemes, nichtinvasives Screening auf Störungen der Sudomotorik bei MS-Kranken, so die Forschenden.

Jerčinović K et al. Neurophysiol Clin 2026; 56: 103124; doi: 10.1016/j.neucli.2025.103124

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