CPI + Carboplatin/Paclitaxel in der Erstlinie

Endometriumkrebs: Immunchemotherapie lohnt sich langfristig

2026 ASCO Annual Meeting
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In beiden Studien hielt der Überlebensvorteil vier Jahre an.

Die Updates der beiden Phase-3-Studien RUBY und NRG-GY018 stützen bei Patient:innen mit primär fortgeschrittenem oder rezidiviertem Endometriumkarzinom den Stellenwert der Erstlinienbehandlung mit einer Immunchemotherapie. Das schien unabhängig vom MMR-Status. 

Beeindruckend sei in RUBY und NRG-GY018 der „beispiellose“ OS-Vorteil, der sich für Patient:innen mit fortgeschrittenem oder rezidiviertem Endometriumkarzinom (EC) unabhängig vom Mismatch-Reparatur-Status (MMR) zeige, so die Diskutantin Dr. Dr. Ana Oaknin, Hospital Universitario Puerta de Hierro-Majadahonda, Madrid.1 Die Immunchemotherapie solle als neuer Therapiestandard in diesem Setting betrachtet werden. Für EC-Patient:innen mit intaktem Reparaturmechanismus (pMMR) stelle sich allerdings die Frage, wer am meisten von der zusätzlichen CPI-Gabe profitiert.

Nur vier neue Progressionen in der RUBY-Studie

Die Vier-Jahres-Auswertung der RUBY-Studie fokussierte sich auf die Patient:innen mit dMMR/MSI-H-Tumoren. Nach median 55,6 Monaten haben sich die Ergebnisse kaum verändert: Lediglich vier weitere Personen hatten in den 2,5 Jahren seit der vorausgegangenen Auswertung eine Progression. Weiterhin zeige sich ein anhaltender Vorteil für die Erstlinientherapie mit Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel (CP) vs. alleiniger Chemotherapie, erläuterte Prof. Dr. Matthew A. Powell, Washington University School of Medicine, St. Louis.2

Im Dostarlimab-Arm ist das mediane progressionsfreie Überleben weiterhin nicht erreicht verglichen mit 7,7 Monaten. Nach 48 Monaten waren noch 57,9 % vs. 15,7 % der Patient:innen krankheitsstabil (HR 0,30). Auch das mediane OS ist noch nicht erreicht (vs. 32,8 Monate; HR 0,34), bei einer Vier-Jahres-OS-Rate von 72,8 % im Dostarlimab-Arm vs. 40,3 % in der Kontrolle.

Heilungsrate mit mathematischem Modell geschätzt

Aufgrund der anhaltenden Krankheitskontrolle wurde das kurative Potenzial in beiden Studienarmen anhand des Mixture-Cure-Modells (MCM) geschätzt. Das mathematische Modell kann laut Prof. Powell bei einem Langzeit-Plateau – hier PFS-Plateau – eingesetzt werden, um die Heilungsrate abzuschätzen. Für die dMMR/MSI-H EC-Patient:innen im Dostarlimab-Arm ergab sich eine geschätzte Heilungsrate von 54 % im Vergleich zu 14 % im Chemotherapie-Arm. Das bedeutet eine um den Faktor 3,9 erhöhte Heilungschance. Dieser neue Ansatz, Heilungsraten anhand eines mathematischen Modells zu schätzen, kann laut dem Experten für eine präzisere Beratung der Betroffenen genutzt werden.

NRG-GY018: OS-Vorteil mit und ohne Reparaturdefekt

In der NRG-GY018-Studie werteten Forschende das OS getrennt für die dMMR- und pMMR-Patient:innen mit primär fortgeschrittenem oder rezidiviertem EC aus.3 Für beide Kohorten bestätigte das Update den OS-Vorteil zugunsten der Erstlinientherapie mit Pembrolizumab plus CP versus der CP-Chemotherapie (dMMR: HR 0,56; pMMR-Kohorte: HR 0,86). In der dMMR-Kohorte war das mediane OS in beiden Studienarmen weiterhin nicht erreicht – bei deutlich höherer Vier-Jahres-Überlebensrate im Pembrolizumab-Arm (78,6 % vs. 60,4 %).

In der pMMR-Kohorte lebten im Pembrolizumab-Arm nach 48 Monaten noch 46,7 % der Teilnehmenden gegenüber 39,5 % im Kontrollarm. Das mediane OS betrug 44,4 Monate vs. 35,1 Monate zugunsten der Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab. Die OS-Vorteile blieben laut Post-study-Auswertung erhalten, obwohl über 90 % der dMMR- und über 80 % der pMMR-Patient:innen im CP-Arm bei Progression einen CPI erhalten hatten.

1. Oaknin A. 2026 ASCO Annual Meeting; Vortrag „Starting Strong: Contemporary Upfront Management of Endometrial Cancer“

2. Powell M et al. 2026 ASCO Annual Meeting; Abstract 5501

3. Eskander R et al. 2026 ASCO Annual Meeting; Abstract 5502

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