Post-Progressions-Analysen aus SERENA-6 und evERA

PFS-Vorteil bleibt beim HR+ mBC bis in Folgelinien erhalten 

2026 ASCO Annual Meeting
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Ein frühzeitiger Therapiewechsel bei molekularem Progress verbesserte die Langzeitergebnisse.

Die finalen Daten zum PFS2 aus der SERENA-6-Studie belegen beim HR+/HER2- metastasierten Mammakarzinom, dass der PFS-Vorteil durch frühzeitigen Wechsel auf Camizestrant plus CDK4/6-Inhibitor in den nächsten Therapielinien erhalten bleibt. Zudem war bei gut der Hälfte der Patient:innen keine ctDNA mehr nachweisbar. Positive Langzeitdaten gab es auch zur evERA-Studie mit Giredestrant.

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In der SERENA-6-Studie hatten die Patient:innen mit HR+/HER2- mBC als Erstlinientherapie einen Aromatasehemmer (AI) plus CDK4/6-Inhibitor erhalten. Im experimentellen Arm wurde bereits bei ESR1-Mutationsnachweis mittels ctDNA-Analyse auf Camizestrant plus CDK4/6-Inhibitor umgestellt, während die Therapie mit AI + CDK4/6-Inhibitor im Kontrollarm bis zum klinischen Progress fortgeführt wurde. Die aktuellen Daten rechtfertigten den frühzeitigen Wechsel auf Camizestrant, betonte Prof. Dr. Dr. François-Clément Bidard, Institut Curie, Paris.1

PFS-Vorteil nach frühem Wechsel auf Camizestrant wächst

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von knapp zwei Jahren hatte sich der Unterschied beim primären PFS zugunsten des frühzeitigen Wechsels auf Camizestrant weiter vergrößert – auf jetzt median 7,6 Monate (mPFS: 16,8 Monate vs. 9,2 Monate; HR 0,45; p < 0,00001). Nach 30 Monaten lebte noch ein knappes Drittel der Patient:innen im Camizestrant-Arm ohne Progress (30,4 % vs. 2,7 % im Kontrollarm). Der PFS-Vorteil zeigte sich unabhängig von Komutationen wie PIK3CA-Mutationen (mPFS: 18,2 Monate vs. 10,0 Monate; HR 0,41) oder TP53-Mutationen (mPFS: 11,8 Monate vs. 5,6 Monate; HR 0,52). Er schien zudem unabhängig davon, ob eine einzelne ESR1-Mutation bzw. multiple ESR1-Mutationen vorlagen (mPFS: HR 0,46 bzw. HR 0,48).

Der Unterschied blieb auch unter der Folgetherapie erhalten. Die mediane Zeitspanne bis zum zweiten Progress oder Tod war im Camizestrant-Arm signifikant länger (mPFS2: 25,7 Monate vs. 19,1 Monate; HR 0,63; p = 0,00373). Subgruppenanalysen lieferten konsistente Ergebnisse.

Längere therapiefreie Intervalle, bessere Lebensqualität

Die Patient:innen im Camizestrant-Arm berichteten von weniger therapiebedingten Beschwerden und gaben eine bessere Lebensqualität an. Die chemotherapiefreie und ADC-freie Zeit fiel für sie außerdem fast vier Monate länger aus (22,6 Monate vs. 18,7 Monate, HR 0,64; p = 0,00375). Beim Gesamtüberleben deute sich ebenfalls ein Trend zugunsten des frühzeitigen Wechsels auf Camizestrant an (HR 0,87), so der Referent.

Daten zur ctDNA-Dynamik unter Therapie stützen laut Prof. Bidard die klinischen Ergebnisse. Die Auswertung ergab, dass sich bei gut der Hälfte der Patient:innen im Camizestrant-Arm nach vier und/oder acht Wochen keine ctDNA mehr nachweisen ließ (vs. 1,9 % im Kontrollarm). Dies sei insofern wichtig, als explorative Analysen darauf hinweisen, dass die komplette ctDNA-Clearance mit einem Gesamtüberlebensvorteil assoziiert ist.

evERA: Anhaltender Vorteil für Giredestrant/Everolimus

An der Phase-3-Studie evERA mit dem oralen SERD Giredestrant (+ Everolimus) nahmen Erkrankte mit HR+/HER2- mBC teil, die mit einem CDK4/6-Inhibitor vorbehandelt waren. Im Vergleich zum Kontrollarm (endokrine Standardtherapie + Everolimus) übertrug sich der primäre PFS-Vorteil auch hier in die nächste Therapielinie und wurde nicht kompensiert, berichtete Prof. Dr. Komal L. Jhaveri, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York.2

Explorative Analysen zum PFS2 und zum chemotherapiefreien Intervall (CFS) ergaben sowohl für die Gesamtpopulation (PFS2: HR 0,69; CFS: HR 0,61) als auch für die Subgruppen mit ESR1-Mutationsnachweis (PFS2: HR 0,61; CFS: HR 0,46) und ohne ESR1-Mutationsnachweis (PFS2: HR 0,77; CFS: HR 0,80) klare Wirksamkeitsvorteile. Die Zwischenauswertung zum Gesamtüberleben zeige für alle drei Patient:innengruppen einen positiven Trend, ergänzte die Expertin.

persevERA-Studie: Primärer Endpunkt nicht erreicht

In der persevERA-Studie setzten Forschende Giredestrant + Palbociclib bei Patient:innen mit HR+/HER2- mBC als Erstlinientherapie ein und verglichen diese mit Letrozol/Palbociclib. Die erste Auswertung ergab nach einem medianen Follow-up von 52,2 Monaten nur einen numerischen PFS-Vorteil (mPFS: 33,1 Monate vs. 28,2 Monate, HR 0,89; p = 0,1553). Damit wurde der prädefinierte primäre Studienendpunkt verfehlt. Bei guter Verträglichkeit und vergleichbaren Ansprechraten zeigte sich hinsichtlich der Ansprechdauer ein Vorteil im Giredestrant-Arm (38,5 Monate vs. 30,4 Monate, HR 0,80; p = 0,056), berichtete Prof. Dr. Dr. Nicholas C. Turner, Royal Marsden Hospital, London.3 Es brauche weitere Untersuchungen dazu, ob bzw. welche Patient:innen vom Erstlinieneinsatz von Giredestrant profitieren.

1. Bidard FC et al. 2026 ASCO Annual Meeting; LBA1007

2. Jhaveri K et al. 2026 ASCO Annual Meeting; Abstract 1016

3. Turner N et al. 2026 ASCO Annual Meeting; LBA1006

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