Ovarialkarzinom: Länger leben mit Relacorilant
In ROSELLA bestätigen die finalen Auswertungen zum Gesamtüberleben beim platinresistenten Ovarialkarzinom einen anhaltenden Vorteil zugunsten der Kombination aus nab-Paclitaxel und Relacorilant. Dies schien unabhängig von der Taxan-Vortherapie.
Relacorilant ist ein neuer selektiver Glukokortikoid-Rezeptor(GK)-Antagonist, der die Sensitivität von Tumorzellen gegenüber einer Chemotherapie wiederherstellen kann, berichtete Prof. Dr. Lucy Gilbert, McGill University Health Centre, Montreal. In der Phase-3-Studie ROSELLA erhielten Erkrankte mit platinresistentem Ovarialkarzinom (OC) die Substanz zusammen mit nab-Paclitaxel.
Die Kombination erwies sich gegenüber der alleinigen nab-Paclitaxel-Gabe als überlegen. Die Studie erreichte ihren dualen primären Endpunkt mit einem statistisch signifikanten Vorteil beim progressionsfreien Überleben (HR 0,70; p = 0,0076) und Gesamtüberleben. Die finale OS-Auswertung bestätige dies, so die Expertin.
Wer nahm teil?
Es nahmen Personen mit Ovarialkarzinom teil, die innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Dosis einer platinhaltigen Therapie einen Progress erlitten hatten. Voraussetzung war außerdem, dass die Patient:innen mit Bevacizumab vorbehandelt waren. Alle Erkrankten hatten 1–3 Vortherapien erhalten und fast alle (99,5 %) bereits ein Taxan.
Relacorilant reduzierte relatives Sterberisiko um 35 %
Die finalen Auswertungen zum OS zeigen nach einem medianen Follow-up von 24,8 Monaten eine relative Reduktion des Sterberisikos um 35 % (HR 0,65; p = 0,0004). Im Median verlängerte sich das Gesamtüberleben um 4,1 Monate gegenüber dem Kontrollarm (mOS 16,0 Monate vs. 11,9 Monate).
ROSELLA: OS-Vorteil auch in den Subgruppen
Der OS-Vorteil bei zusätzlicher Relacorilant-Gabe wurde im Rahmen von Subgruppenanalysen weiter untersucht und bestätigte sich unabhängig von der Dauer des taxanfreien Intervalls. So betrug das mediane OS bei nur kurzem taxanfreien Intervall (≤ sechs Monate) 16,7 Monate vs. 11,0 Monate (HR 0,60) und bei einem taxanfreien Intervall von mehr als einem halben Jahr 15,7 Monate vs. 12,1 Monate (HR 0,66). Unerheblich schien auch, ob die Patient:innen die Taxantherapie in der unmittelbar vorausgehenden Therapielinie erhalten hatten (HR 0,67) oder bereits in einer früheren Therapielinie (HR 0,63).
Prof. Gilbert wies darauf hin, dass beide Studienarme bezüglich der Folgetherapien einander ähnelten. Die Prüfkombination sei insgesamt gut verträglich. Laut der Kollegin ist Relacorilant/nab-Paclitaxel ein neuer Therapiestandard für Erkrankte mit platinresistenten OC, der keine biomarkerbasierte Selektion voraussetzt.
Gilbert L et al. 2026 ASCO Annual Meeting; Abstract 5503