Neue Zielstruktur bei B-ALL entdeckt

CD5-Blockade unterstützt T-Zell-Engager

EHA 2026
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In einem genomweiten Scan identifizierten Forschende CD5 als Zielstruktur, um die Wirkung von T-Zell-Engagern zu steigern.

CD3‑gerichtete T‑Zell‑Engager wie Blinatumomab können Rezidive einer B-ALL bei vielen Patient:innen nicht verhindern. Wie chinesische Forschende berichteten, steigert eine CD5‑Blockade deren Wirksamkeit offenbar deutlich – und dies über Wirkstoffe und Entitäten hinweg.

Die T‑Zell‑intrinsischen Determinanten der Wirksamkeit von T-Zell-Engagern (TCE) seien bisher nur unzureichend verstanden, betonte Dr. Yizhen Li von der Kinderklinik der Soochow-Universität in Suzhou, China. Ihre Arbeitsgruppe habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, pharmakologisch adressierbare Signalwege zu identifizieren, die die T‑Zell‑Aktivierung limitieren und damit die Wirksamkeit von TCE einschränken.

Kandidatengene systematisch untersucht

Dazu führten die Forschenden genomweite und zielgerichtete CRISPR‑Cas9‑Screens in primären humanen CD8⁺ T‑Zellen durch. Diese wurden vorübergehend in Anwesenheit des CD19×CD3‑bispezifischen Antikörpers Blinatumomab gemeinsam mit B‑ALL‑Zellen kultiviert. Anschließend ermittelten die Expert:innen die Zytokinexpression als primären funktionellen Endpunkt. Kandidatengene, die an der Modulation der T‑Zell‑Aktivierung beteiligt waren, wurden zur weiteren Analyse mittels genetischer Deletion ausgeschaltet; auf Proteinebene erfolgte die Blockade durch geeignete Antikörper.

Ausschaltung von CD5 verstärkt T-Zell-Aktivierung

Wie Dr. Li berichtete, konnte das Team CD5 als negativen Regulator der durch Blinatumomab induzierten T‑Zell‑Aktivierung ermitteln. Ein Knock-out oder eine antikörpervermittelte Blockade dieses Markers verstärkte in vitro deutlich die Blinatumomab-vermittelte Zytotoxizität gegenüber ALL‑Zelllinien und primären Blasten. Sie verbesserte außerdem in vivo die Leukämiekontrolle und verlängerte das Überleben der Versuchstiere.

Das konnten die Forschenden auch für andere CD3-gerichtete bispezifische Antikörper und weitere Entitäten bestätigen, etwa an Modellen des Multiplen Myeloms. „CD5-Verlust erhöhte die TCE-vermittelte Zytotoxizität über multiple Antigene und Malignome hinweg“, betonte die Expertin. Offenbar interagiere CD5 mit proximalen Komponenten des T-Zell-Rezeptor-Signalwegs, was letztlich die Aktivierung von T-Zellen unter einer TCE-Therapie unterbinde. Diese Bremse könne man nun lösen, etwa durch geeignete Antikörper. „Diese Ergebnisse identifizieren CD5 als zentrale, adressierbare Zielstruktur für eine optimale Wirksamkeit von TCE“, resümierte Dr. Li.

Li Y et al. EHA 2026; Abstract S104

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