PROBASE entkräftet Vorbehalte

Prostatascreening doch ähnlich effektiv wie Mammografie

Pressemitteilung — DKFZ Heidelberg
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In PROBASE wurde im Alter von 45 bzw. 50 Jahren erstmals ein Baseline-PSA-Wert erhoben.

Es halten sich weiter viele Bedenken gegen das PSA-Screening. In einem indirekten Vergleich schien das PROBASE-Konzept der lange etablierten Brustkrebsfrüherkennung jedoch kaum mehr unterlegen.

Falsch-positive Befunde, Überdiagnosen und Übertherapien – das fürchten viele Fachleute in Bezug auf ein PSA-basiertes Prostatakrebs-Screening. Bei einem risikoadaptierten Vorgehen wohl zu Unrecht, wie eine aktuelle Auswertung von Forschenden um Dr. Dr. Sigrid Carlsson vom DKFZ in Heidelberg nahelegt. Das Team verglich Daten von 39.392 Teilnehmenden aus der PROBASE-Studie, die im Alter von 45 oder 50 Jahren einen ersten PSA-Bluttest durchführten, mit denen von 2,8 Millionen Nutzer:innen des Mammografie-Screeningprogramms.

Mehr falsch-positive Befunde, gleich viele Biopsien

PSA-Tests plus ggf. MRT führten tatsächlich viermal häufiger zu falsch positiven Befunden als die Mammografie (37–42 % gegenüber 10 %). Dennoch erhielten letztendlich ähnlich viele Untersuchte eine Überweisung zur Biopsie (0,8–2,4 % vs. 1,1 %). Das führen die Autor:innen darauf zurück, dass Ärzt:innen in PROBASE bei positiven Befunden zunächst anhand verschiedener Faktoren die Wahrscheinlichkeit eines Malignoms abschätzten.

Unter den Gewebeproben konnte ein ähnlicher Prozentsatz an invasiven Krebserkrankungen identifiziert werden (60–74 % gegenüber 73 %). Bei den Prostatabiopsien handelte es sich zudem nur geringfügig häufiger um indolente Tumoren als beim Brustkrebsscreening (26–31 % gegenüber 22 %). Die Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass die Zahl der Überdiagnosen damit um etwa die Hälfte niedriger lag als in früheren Studien. Hinzu komme, dass eine aktive Überwachung in solchen Fällen mittlerweile gut etabliert sei, was das Risiko von Übertherapien weiter reduziere.

Insgesamt eigne sich dieses Konzept der Prostatakrebs-Früherkennung ebenso gut wie die Screeningmammografie, um Krebserkrankungen zu erkennen und gleichzeitig Überdiagnosen zu vermeiden. Damit lasse sich nicht mehr nachvollziehen, dass organisierte Mammakarzinom-Screening zu befürworten, aber das PSA-basierte Prostatakrebs-Screening abzulehnen.

Carlsson SG et al. Eur Urol 2026; 89(3):1 93-195; doi: 10.1016/j.eururo.2025.12.002

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