Asthma und Angst

KVT verbessert Asthmakontrolle bei Angst

Aus der Fachliteratur
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Betroffene mit erhöhtem Angstempfinden können Asthmaauslöser schlechter von normalen Körperempfindungen unterscheiden. Dadurch kommt es zu Vermeidungsverhalten und einer verringerten Lebensqualität.

Wenn Asthma mit Angst verbunden ist, werden die Symptome oft katastrophisiert. Eine kognitive Verhaltenstherapie wirkt dem entgegen - und bessert sowohl Atembeschwerden als auch die Lebensqualität.

Etwa jeder dritte Erwachsene mit Asthma ist von Angststörungen betroffen. So können Betroffene mit erhöhtem Angstempfinden Asthmaauslöser schlechter von normalen Körperempfindungen unterscheiden. Dadurch kommt es zu Vermeidungsverhalten und einer verringerten Lebensqualität, schreibt ein Team um Dr. ­Marianne Bonnert vom Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden. Zudem kann Katastrophisieren die Wahrnehmung der Asthmasymptome verstärken. Obwohl Leitlinien empfehlen, Angst bei Asthma mitzubehandeln, fehlt es bislang an Evidenz für psychologische Interventionen.

Teilnehmende erhielten entweder eine digitale kognitive Verhaltenstherapie oder eine medizinische Aufklärung

Die Wirkung einer solchen Intervention untersuchten die Forschenden nun in einer randomisierten kontrollierten Studie. Darin erhielten Erwachsene mit Asthma und asthmaassoziierter Angst im Verhältnis 1:1 acht Wochen lang entweder die Standardversorgung plus eine digitale kognitive Verhaltenstherapie (n = 46) oder eine medizinische Aufklärung (n = 44). Die Intervention umfasste wöchentliche Online-Module mit Übungen zur Exposition gegenüber angstauslösenden Situationen, die regelmäßig therapeutisch begleitet wurden. Als primären Endpunkt definierte das Team die Veränderung des Katastrophisierens (gemessen mit der Catastrophising about Asthma Scale, CAS) nach 16 Wochen. Sekundäre Endpunkte umfassten unter anderem die Asthmakontrolle, das Vermeidungsverhalten, die Lebensqualität und die Lungenfunktion (FEV1).

Nach 16 Wochen hatte die kognitive Verhaltenstherapie das Katastrophisieren gegenüber der Kontrollbehandlung signifikant reduziert (durchschnittlicher Unterschied -18,53 Punkte; Cohen’s-d-Effektstärke 1,17). Dieser Vorteil blieb nach sechs Monaten stabil. Auch bei den sekundären Endpunkten zeigte die Verhaltenstherapie Vorteile: So berichteten 63,0 % der Personen der Interventionsgruppe nach 16 Wochen über ein gut kontrolliertes Asthma (≥ 20 Punkte im Asthma Control Test), im Vergleich zu 36,4 % der Kontrollgruppe. Das Vermeidungsverhalten und die Lebensqualität verbesserten sich gegenüber der Kontrollgruppe ebenfalls. Die Lungenfunktion blieb unter der Verhaltenstherapie unverändert, was die Sicherheit der Intervention bestätigt. Zudem wurde die Verhaltenstherapie gut angenommen: Zum Messzeitpunkt nach 16 Wochen nahmen noch 43 Personen daran teil (Kontrollgruppe: n = 39).

Sichere Ergänzung für Betroffene mit komorbider Angst

Dem Autorenteam zufolge stellt die kognitive Verhaltenstherapie eine effektive, sichere und gut akzeptierte Ergänzung zur medizinischen Asthmabehandlung dar, vor allem für Betroffene mit komorbider Angst. Die digitale Form ermöglicht es, Personen mit Asthma insbesondere dann zu erreichen, wenn der Zugang zu psychologischer Unterstützung schwierig ist.

Bonnert M et al. Thorax 2026; doi: 10.1136/thorax-2025-223886

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