Niedrige DLCO bremst den Erfolg von invasiven Therapien
Verfahren wie die pulmonale Endarteriektomie und Ballonangioplastie konnten die Prognose bei chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie deutlich verbessern. Dementsprechend hat sich das Therapieziel in Richtung Beschwerdefreiheit verlagert. Ein limitierender Faktor dabei ist offenbar eine niedrige Diffusionskapazität.
Anhand der Daten eines nationalen Registers untersuchte eine Arbeitsgruppe um Dr. Shun Minatsuki von der Universität in Tokio den Einfluss der DLCO auf klinische und funktionelle Parameter bei chronisch thrombormbolischer Hypertonie (CTEPH). Im Beobachtungszeitraum von August 2018 bis Juli 2023 kamen 486 Patientinnen und Patienten für die Analyse in Betracht. Diese bildeten gemeinsam die Ereigniskohorte, um die Bedeutung der Ausgangs-DLCO zu untersuchen. Eine Untergruppe von 299 Personen fungierte als Behandlungskohorte, um die DLCO als Indikator für die Reaktion auf invasive Therapien zu bewerten.
Das Durchschnittsalter lag bei etwa 67 Jahren, rund 70 % waren Frauen. Der mittlere pulmonalarterielle Druck (mPAP) zu Studienbeginn betrug 34,1 mmHg in der Ereigniskohorte und 37,0 mmHg in der Behandlungskohorte, die mittlere DLCO lag bei 75,1 % bzw. 75,8 %. Während des Follow-up-Zeitraums wurde bei 38 Erkrankten eine Endarteriektomie und bei 274 eine Ballonangioplastie vorgenommen. 158 Personen in der Ereigniskohorte und 107 in der Behandlungskohorte erhielten eine medikamentöse Therapie.
Welche klinischen Parameter verbesserten sich nach Endarteriektomie oder Ballonangioplastie?
Nach invasiver Maßnahme verbesserten sich in der Behandlungsgruppe der mPAP, der pulmonale Gefäßwiderstand (PVR) und das natriuretische Peptid (BNP) signifikant, berichtet die Autorengruppe. Eine niedrige anfängliche DLCO war dabei mit einer geringeren Verbesserung von mPAP, PVR und kardialem Index assoziiert.
In der Ereigniskohorte erreichten während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 1.334 Tagen 26 Patientinnen und Patienten (5,3 %) den kombinierten Endpunkt aus Tod, Verschlechterung der PH, invasiven Rettungsmaßnahmen, LTX und Blutungen. Die DLCO zu Beginn war dabei ein unabhängiger Risikofaktor (Hazard Ratio 0,971) für klinische Komplikationen. Als Cut-off definierten die Forschenden einen Wert von < 59,6 %. Betroffene, deren Werte darunter lagen, hatten ein deutlich erhöhtes Ereignisrisiko. Auch BNP, WHO-Funktionsklasse, Sechs-Minuten-Gehtest und Sauerstoffsättigung erwiesen sich als unabhängige Prädiktoren. Andere Faktoren hatten keinen signifikanten Einfluss.
Minatsuki S et al. Thorax 2026; doi: 10.1136/thorax-2025-223670