Gemüse und Hülsenfrüchte statt Fleisch und Milchprodukte

Planetary Health Diet mit Potenzial für bessere Gesundheit und längeres Leben

Aus der Fachliteratur
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Die 2019 von der EAT-Lancet Kommission pu­blizierte Planetary Health Diet (PHD) soll gesundheitliche Vorteile bringen und zugleich den Planeten schützen.

Mit einem Anteil von rund 30 % an den anthropogenen Treibhausgasemissionen hat unsere derzeitige Ernährung weltweit einen deutlichen negativen Einfluss auf das Ökosystem Erde. Untersuchungen zufolge spielen v. a. rotes Fleisch und Milch(-produkte) eine Rolle, während pflanzliche Lebensmittel sich günstig auswirken.

Die 2019 von der EAT-Lancet Kommission pu­blizierte Planetary Health Diet (PHD) soll gesundheitliche Vorteile bringen und zugleich den Planeten schützen.

tudien zufolge führt sie tatsächlich zu niedrigeren Emissionen. Bei der Frage nach den gesundheitlichen Vorteilen widersprechen sich die Ergebnisse jedoch teilweise. Das veranlasste Yuanyuan­ Wang­, Southeast University Nanjing, et al. dazu, die Daten von zwei großen prospektiven Kohorten hinsichtlich Sterblichkeit und chronischer Erkrankungen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Befragung per Interviewoder Online-Fragebogen

Für die Auswertung der ersten Kohorte (NHANES*-Gruppe) wurden die Angaben zum 24-h-Speiseplan analysiert, die die knapp 43.000 Teilnehmenden eingangs in einem Präsenzinterview gemacht hatten. Die rund 125.300 Männer und Frauen der zweiten Kohorte (UKB**) hingegen beschrieben ihr Ernährungsverhalten per Online-Fragebogen. Die Bewertung der PHD-Adhärenz erfolgte anhand einer von der EAT-Kommission vorgegebenen Methode. Diese berücksichtigte 14 Nahrungsbestandteile und vergab nach einem Punktesystem einen Score von max. 140.

In der NHANES-Gruppe belief sich der mediane Score auf 30. Eine höhere Adhärenz zeigten v. a. Ältere, Frauen, Menschen mit höherem Bildungs- und Einkommensstand, niedrigerem BMI sowie Personen, die nicht rauchten, aber monatlich zehn Mal und öfter Alkohol tranken. Bis auf den Tabak- und Alkoholkonsum waren die Eigenschaften in der UKB-Gruppe ähnlich. Die Teilnehmenden hielten sich insgesamt eher an die Diät und erzielten einen medianen PHD-Score von 59.

Im Lauf des Follow-ups von median 9,3 Jahren bzw. 12,3 Jahren kam es in beiden Kohorten zu jeweils rund 6.800 Todesfällen. Eine PHD-konforme Ernährungsweise ging mit einer verringerten Mortalität einher, und zwar um 23 % (NHANES) bzw. 16 % (UKB). In der UKB-Gruppe zeigte sich zudem ein geringeres Risiko für durch Atemwegsinfekte (Hazard Ratio, HR, 0,39) oder Krebs (HR 0,84) bedingte Todesfälle.

Die Ergebnisse flossen in eine Metaanalyse mit 37 Studien ein, die Daten von mehr als 3,2 Mio. Menschen umfasste. Erneut ergaben sich für eine stark an die PHD angelehnte Ernährung eine geringere Gesamtmortalität (HR 0,79) sowie weniger onkologische oder kardiovaskuläre Todesfälle. Zudem ließen sich niedrigere Risiken für bronchiale und kolorektale Karzinome, Schlaganfall, KHK und Diabetes errechnen.

Die Studiendaten zeigen eine große Heterogenität, räumt das Autorenteam ein. Als mögliche Ursachen kämen Unterschiede in der Datenerhebung oder der Berechnung des PHD-Scores infrage.

*US National Health and Nutrition Examination Survey

** UK Biobank

Wang Y et al. Science Advances 2025; doi: 10.1126/sciadv.adq5147