Psychische Leiden erhöhen Exazerbationsgefahr
Depression und Angststörung verschlechtern offenbar den Verlauf eines Asthmas. Eine britische Kohortenstudie zeigt: Betroffene mit psychischer Komorbidität erleiden deutlich häufiger Exazerbationen – besonders bei depressiver Symptomatik.
Das Exazerbationsrisiko bei Asthma bronchiale hängt offenbar auch von der psychischen Verfassung des Betroffenen ab. Bei Depression und Angststörung treten mehr akute Verschlechterungen auf als ohne psychische Komorbidität. Diesen Schluss legt eine retrospektive Kohortenstudie nahe, die sich auf elektronische Karteikarten der Jahre 2017 bis 2019 aus britischen Hausarztpraxen stützt.
Im Verhältnis 1:1 verglichen wurden erwachsene Asthmakranke mit und ohne psychische Störung – jeweils gematcht nach Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und behandelnder Praxis. Eingang in die Analyse fanden die Daten von 873.482 Patientinnen und Patienten, die Gesamtbeobachtungszeit betrug 1.580.157 Jahre. Das mittlere Alter lag bei 49 Jahren, 66 % waren Frauen.
Asthmakranke mit psychischer Diagnose hatten eine Inzidenzrate von 56/1.000 Personenjahren verglichen mit 34/1.000 ohne solche Störung. Psychisch Erkrankte mit dem Lungenleiden kamen auf eine Incidence Rate Ratio (IRR) von 1,46 im Vergleich zu den Kontrollen. Nach Einzeldiagnosen betrachtet, erzielten Depressive den höchsten Wert (IRR 1,34), gefolgt von Menschen mit Angststörung (IRR 1,20). Zu bipolarer Erkrankung und Schizophrenie fand sich kein Zusammenhang, so die Arbeitsgruppe um Tris Pickard-Michels von der Universität Birmingham.
Quelle: Pickard-Michels T et al. BMJ Open Respir Res 2025; 12: e003244; doi: 10.1136/bmjresp-2025-003244