Vibrierendes Halsband mindert Atemaussetzer im Schlaf
Ein vibrotaktiles Halsband reduzierte in einer Studie die Zahl der Atemaussetzer bei positionsabhängiger obstruktiver Schlafapnoe um 34 %. Auch die Schlafqualität verbesserte sich deutlich.
Patientinnen und Patienten mit positionsabhängiger obstruktiver Schlafapnoe können vom Tragen eines vibrotaktilen Halsbands profitieren, wie eine britische Studie nahelegt. An dieser Subform leiden bis zu 75 % der an OSA-Erkrankten, schreibt ein Team um Dr. Julia Kelly, Royal Brompton Hospital in London. Definiert ist die positionsabhängige OSA durch einen Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) mit mehr als fünf Ereignissen pro Stunde, die in Rückenlage mindestens doppelt so häufig auftreten wie in Bauch- oder Seitenlage.
Zwischen Oktober 2019 und August 2022 schloss das Team insgesamt 120 erwachsene Patientinnen und Patienten mit leichter bis moderater positionsabhängiger OSA in die randomisierte Doppelblindstudie ein. Die Teilnehmenden trugen über drei Monate hinweg in der Nacht entweder einen Lagerungsgurt um den Hals (n = 59), der die Träger mithilfe sanfter Vibrationen aus der Rückenlage herausbringt, ohne sie zu wecken, oder eine Schein-Positionstherapie (n = 61).
Die Therapie führte zu 34 %weniger Atemaussetzern
Die meisten der Teilnehmenden (77 %) schlossen die Studie ab. Zu Studienbeginn lag der mittlere AHI bei 12,8 Ereignissen pro Stunde. Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Lagerungstherapie den AHI im Vergleich zur Scheintherapie signifikant um 4,41 Ereignisse pro Stunde senkte, was einer Verbesserung von 34 % entspricht. Darüber hinaus verbesserte sich auch die subjektiv empfundene Schlafqualität der Teilnehmenden unter der Lagerungstherapie signifikant. So kam es zu einer Reduktion des Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) um 1,0 Punkte. Allerdings wurden keine signifikanten Verbesserungen hinsichtlich der Tagesmüdigkeit, gemessen anhand der Epworth Sleepiness Scale (ESS), beobachtet. Die Ergebnisse waren über alle Altersgruppen hinweg (18–64 Jahre vs. ≥ 65 Jahre) ähnlich.
Darüber hinaus wurden auch die Partnerinnen und Partner, mit denen sich die Teilnehmenden ein Bett teilten, befragt. Sie berichteten über Verbesserungen beim Schnarchen sowie bei der Schlafqualität für die/den Betroffene(n) und für sich selbst durch die Lagerungstherapie. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden aus der Verumgruppe entschied sich dazu, die Therapie nach Studienende weiter fortzusetzen.
Quelle: Kelly JL et al. Thorax 2025; doi: 10.1136/thorax-2024-222681