Trotz punktuell guter Erfolge lässt die Zulassung der Bakteriophagentherapie auf sich warten
Die Idee, Bakterien mit Phagen zu bekämpfen, wurde vor ca. 100 Jahren geboren. Mehrfach hat man sie vorangetrieben und dann doch wieder fallen lassen, der dauerhafte Durchbruch fehlt bislang. Dabei stellt die Phagentherapie eine interessante Option zur Behandlung u. a. von bakteriellen Lungeninfektionen dar.
Bakteriophagen sind „natürliche“ Killer, die Bakterien entern, ihnen ihre genetische Information injizieren und sich mit Hilfe ihres Wirts vermehren. Obwohl aus punktuellen Anwendungen immer wieder von guten Erfahrungen berichtet wird – auch in Bezug auf die Sicherheit –, liegt eine Zulassung der Therapie in weiter Ferne, berichtete Dr. Laurent Debarbieux vom Institut Pasteur in Paris. Im Rahmen eines Compassionate Use kommen Bakteriophagen seit 2005 bei Infektionen zum Einsatz, die auf andere Weise nicht beherrschbar sind. Laut Prof. Debarbieux wurden in Europa bereits über 500 Patientinnen und Patienten mit Bakteriophagen behandelt. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie aus Belgien erreichte man mit der Therapie eine Erfolgsrate von über 70 % nach Versagen von Antibiotika. Zudem können pathogene Bakterien unter der Phagentherapie offenbar wieder sensitiv gegenüber Antibiotika werden, synergistische Effekte wurden beschrieben.
Woran scheitert die Zulassung der Bakteriophagentherapie bis heute?
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