ADHS-Therapie im Evidenzcheck

Neue Metaanalyse bewertet ADHS-Behandlungen

Aus der Fachliteratur
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Ein Forschungsteam sichtete über 4.600 Studien zur ADHS-Therapie

Ein Forschungsteam sichtete über 4.600 Studien zur ADHS-Therapie – nur 115 erfüllten strenge Qualitätsstandards. Das Ergebnis: Klare Evidenz für Wirksamkeit mehrerer Medikamente, aber kaum Langzeitdaten.

Welche Behandlung ist für Kinder und Erwachsene mit ADHS die beste? Sich in der Fülle der vorhandenen Infor­mationen zurechtzufinden, scheint gar nicht so einfach. Deshalb haben Forschende die aktuelle Datenlage gesichtet und Evidenzen für die einzelnen Optionen ermittelt.

An Publikationen zur Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperak­tivitätsstörung mangelt es wirklich nicht. Bei der Suche nach systematischen Reviews in sechs Datenbanken stieß die Arbeitsgruppe um den Neuropsychologen Dr. Corentin­ Gosling­ von der Universität Paris Nanterre auf mehr als 4.600 Arbeiten. Letztlich erfüllten aber nur 115 die vordefinierten Qualitätskriterien: Die Reviews mussten auf Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien beruhen, in denen eine medikamentöse oder nichtmedikamentöse ADHS-Therapie mit passiven Kontrollen verglichen wurde.

Primärer Endpunkt war die von Therapeutinnen und Therapeuten, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern oder Betroffenen beurteilte Symptomschwere nach 12, 26 oder 52 Wochen. Die Akzeptanz der Therapie seitens der Erkrankten sowie die Tolerabilität wurden ebenfalls als primäre Endpunkte angesehen. Von den sekundären Endpunkten inter­essierte die Forschergruppe Funktionalität im Alltag, Lebensqualität, Schwere komorbider Symptome, Suizidalität und bestimmte Nebenwirkungen wie Schlafstörung und Appetitlosigkeit.

221 Metaanalysen wurden neu ausgewertet

Mit Hilfe eines einheitlichen statistischen Verfahrens werteten die Kolleginnen und Kollegen 221 Meta­analysen neu aus. Gemäß dem Scoringsystem AMSTAR-2 waren 131 von hoher, 15 von mittlerer und 75 von niedriger methodischer Qualität.

Anhand der umfangreich durchgeführten Berechnungen kam die Studiengruppe u. a. zu folgenden Schlussfolgerungen:

Wie die Bewertungen für die einzelnen Arzneimittel und nichtmedikamentösen Verfahren sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen über die verschiedenen Behandlungszeiträume ausfallen, kann man auf einer interaktiven Webseite erfahren. Sie ermöglicht es ADHS-Betroffenen sowie ihren Ärztinnen und Ärzten, gemeinsam eine fundierte Entscheidung über die (weitere) Therapie zu treffen. Dies erhöht nach Überzeugung der Studiengruppe potenziell die Adhärenz. Die Webadresse lautet: ebiadhd-database.org.

Gosling CJ et al. BMJ 2025; 391: e085875; ­doi: 10.1136/bmj-2025-085875