Was bei einer therapieresistenten Depression helfen kann
Die Behandlung einer therapieresistenten Depression ist komplex. Zum Einsatz kommen neuartige medikamentöse Ansätze sowie neuromodulatorische und spezielle psychotherapeutische Verfahren.
Wenn bei der Behandlung einer schweren Depression zwei Antidepressiva nacheinander versagen, sprechen Fachleute von einer therapieresistenten Depression (TRD): ein klinischer Zustand, bei dem trotz mindestens zweier adäquater Behandlungsversuche mit Wirkstoffen unterschiedlicher Klassen – in angemessener Dosis und über mindestens sechs Wochen – keine ausreichende Besserung eintritt. Die Diagnosestellung erfordert dabei eine sorgfältige Abklärung, die körperliche und psychische Begleiterkrankungen ebenso einschließt wie Fragen zur Therapietreue, Dosierung und Behandlungsdauer, betont ein Team um Dr. Anja Zimmermann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Risikofaktoren für eine TRD sind u. a.:
früher Erkrankungsbeginn
chronischer oder rezidivierender Verlauf
hoher initialer Schweregrad
persistierende Insomnie
Komorbiditäten wie Angststörungen, Abhängigkeitserkrankungen oder ADHS
Eine TRD sollte immer interdisziplinär angegangen werden. Im ersten Schritt wird die medikamentöse Behandlung optimiert, wobei Augmentationstherapien von besonderer Bedeutung sind. Darunter versteht man die Ergänzung einer bestehenden antidepressiven Pharmakotherapie mit einer Substanz ohne primär antidepressive Wirkung, erläutert die Autorengruppe.
Eingesetzt werden z. B. Lithium, atypische Antipsychotika oder – in ausgewählten Fällen – Schilddrüsenhormone. Bei der Kombinationstherapie werden gleichzeitig zwei Antidepressiva aus unterschiedlichen Substanzklassen verordnet, um synergistische Effekte zu erreichen oder um simultan unterschiedliche neurobiologische Mechanismen der Depression zu adressieren.
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