ANCA-assoziierte Vaskulitis: Glukokortikoide in Erhaltung wohl ohne Nutzen
Bei ANCA-assoziierter Vaskulitis senkten niedrig dosierte Glukokortikoide das Risiko für schwere Rezidive in der Erhaltungsphase nicht. Vielmehr scheint eine längere Gabe mit mehr Schäden und einer höheren Hospitalisierungsrate einherzugehen.
Nach Induktionstherapie und Erreichen einer Remission bei ANCA-assoziierter Vaskulitis (AAV) kann die Erhaltungsbehandlung mit Rituximab das Rezidivrisiko reduzieren. Unklar ist jedoch, ob die zusätzliche langfristige Gabe niedrig dosierter Glukokortikoide (GC) einen weiteren Nutzen bietet. Um dies zu klären, analysierte ein Team um Katerina Chavatza von der Universität Athen die Daten von 171 Patientinnen und Patienten. Diese litten entweder an Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) oder an einer mikroskopischen Polyangiitis (MPA) und befanden sich nach Remission unter Erhaltungstherapie.
Hospitalisierungsrate unter Glukokortikoiden höher
Während des medianen Follow-ups von 88,2 Monaten traten 65 Major-Rezidive bei 48 Betroffenen auf. In der multivariablen Analyse war mit Rituximab mit einem signifikant niedrigeren Risiko für Major-Rezidive assoziiert (Hazard Ratio, HR, 0,21), während eine niedrig dosierte GC-Therapie keine Assoziation zeigte (HR 0,96). Gleichzeitig war jedoch die weitere Gabe niedrig dosierter Glukokortikoide mit einer erhöhten Schadensakkumulation (HR 1,52 pro 5 mg/d Prednisolon-Äquivalent) und häufigerer Hospitalisierung (HR 1,24 pro 5 mg/d Prednisolon-Äquivalent) verbunden. Diese Zusammenhänge blieben auch nach Anpassung an relevante Einflussfaktoren bestehen.
Als Beobachtungsstudie erlaubt das Design keine kausalen Schlussfolgerungen, zudem variierte das GC-Tapering. Doch auch wenn die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind, so weisen sie dem Team zufolge darauf hin, dass eine höhere GC-Exposition in der Erhaltung bei GPA oder MPA das Risiko für schwere Rezidive nicht signifikant senkt, aber mit mehr Nebenwirkungen einhergeht.
Chavatza K et al. RMD Open 2026; 12: e006935; doi: 10.1136/rmdopen-2026-006935