Impfung unter Immunsuppression

COVID-19: Boosterimpfungen schützen Menschen mit Rheuma

Aus der Fachliteratur
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Schon eine Auffrischimpfung senkte die Wahrscheinlichkeit für eine COVID-19-bedingte Hospitalisierung oder einen dadurch bedingten Tod um 44 %.

COVID-19-Boosterimpfungen senken bei Menschen mit immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder axialer Spondyloarthritis das Risiko für Hospitalisierung und Tod. Mit jeder weiteren Auffrischung steigt der Schutz.

Wie gut Boosterimpfungen gegen COVID-19 Patientinnen und Patienten mit immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen (IMID) vor schweren Verläufen schützen, untersuchte eine Arbeitsgruppe um Niraj Kukreja von der University of Southampton. Dazu wertete das Team die Daten von Erwachsenen mit IMID aus, denen steroidsparende Immunsuppressiva verordnet worden waren. Die Analyse umfasste 2.178 Personen, die wegen COVID-19 hospitalisiert wurden oder daran starben, sowie 17.750 gematchte Kontrollen. Das mittlere Alter lag bei 65,5 Jahren, 60,2 % waren Frauen.

Risiko für Hospitalisierung und Tod um 44 % reduziert

Im Vergleich zu Personen ohne Booster war die Wahrscheinlichkeit für eine COVID-19-bedingte Hospitalisierung oder einen dadurch bedingten Tod bei Personen mit Auffrischimpfung um 44 % niedriger (adjustierte Odds Ratio, aOR, 0,56). Nach zwei Boostern war sie um 71 %, nach drei Boostern um 80 % reduziert.

Der Zusammenhang zeigte sich in allen drei untersuchten Impfkampagnen. Für den Booster im Herbst 2021 betrug die aOR 0,40, für das Frühjahr 2022 0,52 und für den Herbst 2022 0,33. Die Wahrscheinlichkeiten für eine COVID-19-bedingte Hospitalisierung oder einen Todesfall wurden damit um 60 %, 48 % beziehungsweise 67 % reduziert. Der zeitliche Verlauf sprach für einen nachlassenden Schutz: Gegenüber keiner Auffrischimpfung lag die aOR im Fall einer Boosterimpfung 1–13 Tage zuvor bei 0,35, nach 14–90 Tagen bei 0,52 und nach 91–180 Tagen bei 0,64. Bis 365 Tage nach der Impfung blieb die Assoziation statistisch signifikant; danach nicht mehr (aOR 1,22).

Aussage zu Lupus und Vaskulitiden waren nicht möglich

In Subgruppenanalysen waren die Ergebnisse bei rheumatoider Arthritis, Riesenzellarteriitis, Polymyalgia rheumatica, axialer Spondyloarthritis, atopischer Dermatitis und Psoriasis konsistent mit dem Gesamtergebnis. Für systemischen Lupus erythematodes, andere Kollagenosen und Vaskulitiden zeigte sich dagegen kein entsprechender Zusammenhang – wahrscheinlich aufgrund zu geringer Fallzahlen, vermutet das Autorenteam.

Kukreja NS et al. RMD Open 2026;12: e006834; doi: 10.1136/rmdopen-2026-006834

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