Krankheitslast hat oft andere Ursachen

Echte Therapieresistenz bei rheumatoider Arthritis selten

Aus der Fachliteratur
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Persistierende Schmerzen bei rheumatoider Arthritis sind häufig nicht entzündlich bedingt.

Laut Definition ist die schwer behandelbare rheumatoide Arthritis recht häufig. Doch oft steckt hinter den Beschwerden gar keine Therapieresistenz.

Etwa 12 % der Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) erfüllen weltweit die EULAR-Kriterien einer difficult-to-treat RA (D2T-RA). Allerdings zeigt nur etwa die Hälfte dieser Betroffenen tatsächlich eine persistierende entzündliche Krankheitsaktivität – bei vielen liegen andere Ursachen der anhaltenden Krankheitslast vor, schreibt ein Team um ­Wenhui ­Xie, Peking University First Hospital. Die Forschenden hatten für ihre Metaanalyse die Daten aus 23 Beobachtungsstudien mit insgesamt 27.987 Patientinnen und Patienten aus 13 Ländern analysiert. Ziel war, die weltweite Prävalenz der D2T-RA einzuschätzen sowie deren zugrunde liegenden Mechanismen zu differenzieren.

Inflammatorische Aktivität nur bei 47 % der Erkrankten

Die gepoolte Prävalenz lag bei 11,7 %, in unselektierten RA-Kohorten betrug die Prävalenz 10,9 %, in Populationen mit bereits erfolgter Therapie mit Biologika oder tsDMARD 13,2 %. Es zeigte sich den Forschenden zufolge eine bemerkenswert konsistente Häufigkeit über verschiedene Versorgungssysteme und Regionen hinweg. Nur 47,1 % der Patientinnen und Patienten erfüllten allerdings die Kriterien einer persistierenden inflammatorischen Aktivität, betont das Team. Mehr als die Hälfte der als D2T klassifizierten Fälle war also nicht primär durch unkontrollierte Entzündung geprägt.

Wurde die Definition der D2T-RA enger gefasst – etwa durch die Forderung von mindestens drei erfolglosen b/tsDMARD-Therapien – sank die Prävalenz auf 4,3 %. Bei noch strengeren Kriterien (≥ 4 Therapieversagen) lag sie nur noch bei 1,6 %. Dies spricht dafür, dass nur bei einer kleinen Gruppe von Patientinnen und Patienten eine tatsächlich therapierefraktäre entzündliche Erkrankung vorliegt, die innovative Behandlungen oder Strategien erfordert.

Xie W et al. Ann Rheum Dis 2026; 85: 417-424;doi: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0003496725044383

Dr. Sonja Kempinski

Dr. Sonja Kempinski ist als freie Autorin für die Medical Tribune und den Fachtitel Medical Tribune Rheumatologie/Schmerz sowie für verschiedene Gesundheitswebsites tätig. Ihre Spezialgebiete sind dabei die Rheumatologie und die Orthopädie, als ehemalige Chefredakteurin einer Zeitschrift für Allgemeinmediziner liegen ihr aber auch hausärztliche Themen am Herzen.

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