Von matt bis platt

Diese Tests messen Fatigue bei Rheuma am besten

Aus der Fachliteratur
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Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind oft von Fatigue betroffen.

Fatigue lässt sich nur schwer messen. Kein Wunder, dass es über 20 verschiedene Tools dafür gibt. Doch welches Messinstrument ist wirklich empfehlenswert, sowohl für klinische Studien als auch für die Praxis?

Etwa 40–80 % der Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen leiden unter Fatigue und die Hälfte schätzt sich als schwer betroffen ein. Dabei beeinträchtigt das Symptom nicht nur das Leben von Erwachsenen, sondern es belastet auch erkrankte Kinder und Jugendliche schwer.

Aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Lebensqualität gehört die Fatigue seit einigen Jahren auch zu den Kern-Outcomes vieler Studien. Es ist allerdings schwierig, die Fatigue zu messen. Zwar gibt es etliche Tools dafür, doch sie vermischen häufig die Fatigue mit Einschränkungen durch Entzündung oder Behinderung. Zudem ist die Beurteilung sehr subjektiv.

27 Messinstrumente nach OMERACT-Kriterien bewertet

Wie gut die verschiedenen gängigen Tests die Fatigue bei Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erfassen, untersuchte ein Team um Dr. Edoardo Santos vom Polytechnischen Institut Viseu. Nach Durchforsten der gängigen Datenbanken kamen für das Review zunächst 109 Volltexte infrage, von denen schließlich 60 in die systematische Übersicht inkludiert wurden. Bewertet wurden 27 Messinstrumente, wobei die Beurteilung nach den drei OMERACT*-Kriterien (truth, discrimination, feasibility; siehe Kasten) erfolgte. 

OMERACT-Kriterien

Die OMERACT-Kriterien sind ein Validierungsfilter für Messinstrumente in der Rheumatologie. Die drei Kernfragen sind:

  • Truth (Wahrheit, Validität): Misst das Instrument tatsächlich das, was es soll?

  • Discrimination (Zuverlässigkeit): Kann es Unterschiede zwischen Patientengruppen oder Zeitpunkten differenzieren und sind die Ergebnisse stabil und wiederholbar?

  • Feasibility (Handhabbarkeit, niedriges Bias): Ist es einfach, kostengünstig und schnell (< 3 Minuten) durchführbar?

Viele der Studien prüften grundlegende Eigenschaften wie Konstruktvalidität (90 %) und Zuverlässigkeit (75 %) – meist mit gutem Design (niedriges Bias). Weniger untersucht waren die Stabilität über die Zeit (Test-Retest: 22 %) und die Sensitivität für Therapieänderungen (Responsivität: 23 %), was Lücken bei „Discrimination“ zeigt. Immerhin fünf Fatigue-Messinstrumente erfüllten den Autorinnen und Autoren zufolge alle OMERACT-Kriterien. Dabei handelte es sich um folgende Tests:

Diese Tests sind valide, verlässlich und weisen ein niedriges Bias auf. Aus diesen Gründen werden sie vom Autorenteam sowohl für klinische Studien als auch für die Praxis empfohlen.

*    Outcome Measures in Rheumatology

Santos EJF et al. RMD Open 2025; 11: e006079; doi: 10.1136/rmdopen-2025-006079

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