Männergesundheit & Kinderwunsch

Antioxidanzien enttäuschen bei Infertilität

19. Urologie-Update-Seminar
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Man(n) sollte bei bestehendem Kinderwunsch eher Risikofaktoren modulieren und Sport treiben anstatt Antioxidanzien einzunehmen, um die eigene Fertilität anzukurbeln.

Eine große Doppelblindstudie aus den Niederlanden widerlegt den erhofften Effekt von Antioxidanzien auf die männliche Fruchtbarkeit. Weder Spermienqualität noch Schwangerschaftsrate verbesserten sich – Placebo schnitt sogar besser ab.

Antioxidanzien sollen bei Männern mit Kinderwunsch die Fruchtbarkeit steigern – zumindest werden Präparate unter diesem Aspekt beworben. Eine aktuelle Doppelblindstudie zeigt jedoch: An den Versprechungen ist nichts dran. Wie Dr. ­Christian ­Leiber-Caspers vom Krankenhaus Maria-Hilf in Krefeld berichtete, wurden an 21 Kliniken und Kinderwunschzentren in den Niederlanden 1.171 infertile Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren rekrutiert. 571 von ihnen schluckten sechs Monate lang täglich eine Tablette mit 200 mg Betain, 200 mg L-Cystein, 16 mg Niacin, 10 mg Zink, 1,4 mg Vitamin B2, 1,4 mg Vitamin B6, 400 µg Folsäure, und 2,5 µg Vitamin B12. Eine Kontrollgruppe von 555 Männern bekam dagegen nur Placebo.

Innerhalb der sechs Monate kam es bei den Partnerinnen der mit Antioxidanzien Behandelten zu 193 intakten Schwangerschaften (primärer Endpunkt), was einer Erfolgsquote von 33,8 % entsprach. Ein besseres Ergebnis war allerdings in der Placebogruppe zu beobachten: Hier lag die Schwangerschaftsrate bei 37,5 %. Auch die Auswertung verschiedener Spermiogramm-Parameter nach drei und sechs Monaten lieferte keinen signifikanten Hinweis für den Nutzen einer Antioxidanzientherapie. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man also keine Empfehlung für Antioxidanzien aussprechen, sagte Dr. Leiber-Caspers. Es gebe andere Dinge, die wahrscheinlich relevanter sind, z. B. die Modulation von Risikofaktoren und Sport.

 

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