Praxiskolumne

Arztbesuch als Leistungskonsum

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Ob es beim Tasten irgendwo schmerze, frage ich ihn. „Nein, eigentlich tut gar nichts weh“, antwortet er.

Ein Pärchen in den Fünfzigern ist bei mir. Ihn sehe ich immer nur in Begleitung seiner Frau, aber das ist ja nicht unüblich in einer Hausarztpraxis. Sie ist häufig da, meistens mit Kleinigkeiten: der Blutdruck, eine Erkältung, mal eine Bronchitis. Sie gehört zu den Menschen, die nicht ohne wenigstens eine Blutentnahme oder ein Rezept aus der Praxis gehen möchten. Nun sitzen beide vor mir und reichen mir einen MRT-Befund des Ehemannes. Ausgestellt hatte ich die Überweisung nicht, sie kam von einem Facharzt.