Darmkrebsvorsorge wirkt - wenn sie in Anspruch genommen wird
Eine aktuelle Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt: Sowohl Stuhltest als auch Vorsorgekoloskopie können die Darmkrebssterblichkeit deutlich senken. Entscheidend ist die regelmäßige Teilnahme. Die könnte allerdings besser sein.
Darmkrebs zählt in Deutschland weiterhin zu den häufigsten malignen Erkrankungen und ist eine der führenden krebsbedingten Todesursachen. Zur Früherkennung stehen Männern und Frauen ab 50 Jahren zwei Optionen offen: ein immunologischer Stuhltest (FIT) alle zwei Jahre oder bis zu zwei Vorsorgekoloskopien im Abstand von zehn Jahren. Ein Forschungsteam am Deutschen Krebsforschungszentrum unter Leitung von Hermann Brenner hat mithilfe eines etablierten Simulationsmodells untersucht, wie stark beide Strategien das Erkrankungs- und Sterberisiko beeinflussen.
Kombinierte Strategie ist besonders wirksam
Die Modellanalyse zeigt, dass bei konsequenter Nutzung bis zu 75 % der Darmkrebserkrankungen und mehr als 80 % der Todesfälle verhindert werden können – unabhängig davon, ob die Vorsorge primär über FIT oder Koloskopie erfolgt. Besonders wirksam sei eine kombinierte Strategie, etwa Koloskopien in jüngeren Jahren und ergänzende Stuhltests im höheren Alter. „Unsere Analysen zeigen klar, dass beide Vorsorgestrategien hochwirksam sind“, betont Brenner. „Entscheidend ist nicht so sehr, welche Methode gewählt wird, sondern dass die Angebote von möglichst vielen Menschen genutzt werden.“
Beide Verfahren haben spezifische Vor- und Nachteile: Während die Koloskopie die direkte Entfernung von Adenomen ermöglicht, ist der FIT weniger invasiv und leichter umzusetzen, muss jedoch regelmäßig wiederholt werden.
Laut Brenner liegt die tatsächliche Teilnahmequote in Deutschland allerdings immer noch deutlich unter den Werten anderer Länder wie Dänemark oder den USA. Um die Prävention zu stärken, seien strukturierte Einladungsprogramme und niedrigschwellige Angebote erforderlich – etwa die Zusendung von Stuhltests oder die einfache Terminvergabe für Koloskopien.
Pressemitteilung – DKFZ