10 Tipps für mehr Engagement und Initiative im Praxisteam
Eine MFA nörgelt an allem herum und sorgt für schlechte Stimmung im Team, ein anderer zieht sich zurück, weil er sich nicht wertgeschätzt fühlt. Wie Sie verhindern, dass Ihre Mitarbeitenden auf Dienst nach Vorschrift umstellen und im Energiesparmodus verharren statt motiviert zu arbeiten.
MFA Sandra koordiniert die Patientinnen und Patienten am Tresen, muss dabei aber dauernd auch ans Telefon und auf die ständigen Zurufe ihres Chefs reagieren. In den Teambesprechungen macht sie immer wieder Verbesserungsvorschläge, um die Situation zu entstressen. Diese werden allerdings regelmäßig ignoriert. Sie fühlt sich übergangen und fährt ihr Engagement zurück.
Physician Assistant Tim ist für Anamnese und Wundversorgung zuständig. Weil seine Chefin ihn bei Nachfragen stets abbügelt, fühlt er sich nur noch als Befehlsempfänger. Er verliert die Lust, sich mit neuen Ideen einzubringen, und sieht sich bereits als inneren Kündiger.
Dienst nach Vorschrift als Risiko für die Praxis
Dienst nach Vorschrift pflegen in Deutschland ganz unabhängig von der Branche sehr viele Arbeitnehmende: Die große Mehrheit von 77 % erfüllt ihre Aufgaben pflichtbewusst, bringt sich weiter aber nicht ein. Das hat erneut der „Gallup Engagement Index“ gezeigt, der auf einer umfangreichen Studie zum Arbeitsumfeld und zur emotionalen Bindung der Beschäftigten an ihr Unternehmen basiert.
Dabei hat fehlende oder geringe emotionale Bindung gar nicht maßgeblich damit zu tun, dass man mit der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber unzufrieden ist. Nur rund ein Viertel der Beschäftigten (27 %) ist mit der Chefin oder dem Chef „äußerst zufrieden“. Hier liegt also erhebliches Potenzial brach. Emotionale Mitarbeiterbindung ist eben „kein Nice-to-have, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor“, betont Gallup. Und das gilt auch für die hausärztliche Praxis.
Emotionale Bindung treibt zu Höchstleistungen
Wer sich im Job von seiner Führungskraft weder gesehen noch gefördert fühlt, erfülle seine Aufgaben – „mehr aber auch nicht“, so die beiden Autoren. Dabei sei emotionale Bindung „gerade in schwierigen Zeiten ein starker Leistungstreiber“. Deren Potenzial werde vielerorts jedoch nicht genutzt. Und diese Bindung entstehe „nicht durch Appelle, sondern durch gelebte Führungskultur“, heißt es weiter.
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