Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Kombiniert abrechnen?
Tübingen:
Welche GOÄ-Ziffern können abgerechnet werden, wenn ein Tapeverband am Sprunggelenk angelegt wird, der aus einem Unterzugsverband mit selbstklebenden elastischen Binden und der Fixierung am Tape besteht? Kann zusätzlich zur GOÄ-Nr. 207 auch die Nr. 204 abgerechnet werden?

Darf sie Hormone bekommen?
Internist
Lindau:
Meine 57jährige Patientin wurde im Dezember 1994 wegen eines Mammakarzinoms rechts operiert. Danach erfolgte eine Chemotherapie mit Cyclophosphamid, Methotrexat und 5-Fluorouracil. Jetzt leidet die Patientin unter klimakterischen Beschwerden, diffusem Haarausfall, starken Hitzewallungen und depressiven Verstimmungen. Das Karzinom der Frau war Rezeptor-positiv. Darf man ihr Östrogene lokal oder systemisch verordnen? Ist die gleichzeitige Gabe von Östrogen-Gestagen-Kombinationen systemisch zu verantworten?

Kollege in Lebensgefahr
aus K.:
Ich bin seit längerem ernsthaft erkrankt, es haben sich zahlreiche Patientenunterlagen angesammelt. Nun hat eine Klinik alles verschlampt. Dabei geht es mir nicht um Ergebnisse der Klinikarbeit, sondern um mein eingebrachtes Eigentum. Röntgenbilder, Tomogramme, insgesamt einige hundert Dokumente, die ich dringend für die Weiterbehandlung benötige. Ich habe auf der Station und bei den seltenen Visiten des Chefs dutzendemal dringlich um Rückgabe gebeten und auch im Archiv nachgefragt. Der Riesenpacken bleibt verschwunden. Kann ich durch eine Strafanzeige dafür sorgen, daß die Kriminalpolizei ermittelt und als „Nebeneffekt“ meine Unterlagen findet. Welcher Straftatbestand könnte ein Gericht zur Einleitung einer Suche bewegen, und zwar bald, sonst überlebe ich das Fehlen meiner Unterlagen nicht?

Was tobt auf dieser Glans?
Facharzt für Innere Medizin,
Bad Sachsa:
Bei meinem 33jährigen Patienten besteht seit Juli ´98 der Verdacht auf rezidivierenden Herpes genitalis: Zeitgleich mit einer unspezifischen Durchfallerkrankung entwickelten sich winzige Bläschen an Glans und Präputium, verbunden mit Juckreiz und leichter Rötung. Die Eigenbehandlung mit einem Antimykotikum brachte ebenso wie Aciclovir lokal nur eine leichte Besserung. Auch die unter dem Verdacht auf Balanitis durchgeführte Therapie mit Mykundex®, Fucidine® plus, Baycuten® blieb ohne wesentliche Wirkung. Lokale Procaininjektionen in Schaft und Präputium hatten zunächst einen sehr guten Effekt, der sich auf eine erneute Verschlechterung hin jedoch nicht wiederholte. Die Diagnose eines Herpes genitalis hatte der Urologe zunächst unter Hinweis auf fehlende IgM-Antikörper abgelehnt. Nunmehr sprach er davon, der Herpes habe sich ausgebreitet, eine erneute Antikörperuntersuchung blieb ohne Anhalt für eine frische Infektion. Aciclovir per os in voller Dosierung (5xa0xxa0800xa0mg) hatte nur kurzfristigen Erfolg. Erneute Salbenbehandlung mit Aciclovir, dennoch und obwohl seit Wochen kein GV Zunahme der Beschwerden. Wiederholte Blutuntersuchungen, Urin, Elektrophorese und Sono o.B.

Wie gefährdet lebt sein Herz?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Stuttgart:
Ein 51jähriger Patient erlitt kürzlich einen Hinterwandinfarkt. Bis dahin unbemerkt hatte sich eine KHK entwickelt, die sich angiographisch in einer 2-Gefäß-Erkrankung der rechten Kranzarterie und des Ramus interventricularis manifestierte und mittels Dilatation und Stentimplantation behandelt wurde. Seine Hypertonie wird seit einem Jahr mit Norvasc® und Beloc-Zok® therapiert. Ein erhöhtes LDL-Cholesterin von 205 mg/dl konnte durch den Einsatz von Sortis® 20 auf 90 mg/dl gesenkt werden. Gleichzeitig bestehen ein niedriges HDL-Cholesterin von 35 mg/dl und Triglyzeride von 189 mg/dl. Der Patient raucht nicht, treibt unregelmäßig Sport und ist beruflich stark belastet. Die Familienanamnese ist positiv. Mütterlicherseits traten über zwei Generationen Herzinfarkte vor dem 65. Lebensjahr auf. Wie hoch ist das kardiale Risiko des Patienten? Wie sollte die Behandlung aussehen?