Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Beteiligt sich der Fiskus?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Bad Honnef:
Wir besitzen - rein zur privaten Nutzung - ein Wohnmobil. Kann ich z.B. bei Fortbildungsveranstaltungen an Wochenenden, zu denen ich mit dem Wohnmobil fahre und auch darin übernachte, pauschale Kosten für das Finanzamt geltend machen (z.B. Kilometer-, Verpflegungs-, Übernachtungspauschalen)? Welche Nachweise muss ich erbringen (z.B. Fahrtenbuch)?

Was verschleimt die Kollegin?
Allgemeinärztin aus B.:
Seit mehr als zwei Jahren leide ich an einer hyperfunktionellen Dysphonie. Die Hauptsymptomatik - und für mich überaus lästig - ist die ununterbrochene Sekretion von Schleim unterschiedlicher Viskosität. Ständig muss ich mich räuspern, selten habe ich das Gefühl, als sei die Stimmritze schleimfrei. Häufig ist der gesamte Larynx gereizt, rau und fast schmerzhaft. Beim Räuspern transportiere ich immer zähen Schleim nach oben. Auch im hinteren Nasenraum ist die Schleimproduktion vermehrt gegenüber früher, trotzdem habe ich einen trockenen Rachen. Eine logopädische Behandlung blieb ohne Erfolg. Gibt es eine effektive Therapie?

Mit Panthenol billiger?
Facharzt für Innere Medizin,
Neunkirchen:
Im Kontext zu Ihrem Beitrag „Hautkrebs-Screening - Creme gibt Alarm“, MT 6/00, S. 15, möchte ich eine eigene Beobachtung nicht unerwähnt lassen: Wurde ein histologisch gesichertes superfizielles Basaliom mit einer Panthenolsalbe behandelt, so zeigte sich statt des erwarteten „Heileffektes“ eine akut-subakute Entzündungsreaktion. Wurden ähnliche Beobachtungen vielleicht auch bei anderen Hauttumoren gemacht, und könnte man Panthenolzubereitungen vielleicht als (preiswerte) Diagnostika einsetzen?

Schadensersatz für Unkollegialität?
Clauspeter Pfundmair und Andreas Ullmann,
praktische Ärzte,
Aichach:
Wir waren auf der Suche nach einem Weiterbildungsassistenten. Eine Ärztin zeigte großes Interesse. Es folgten etliche Telefonate zum „Aushandeln“ spezieller Details, da die Ärztin individuelle Wünsche hatte (Gehalt, Vergünstigungen, Versicherungen, Fahrgeld etc.). Sie drängte intensiv auf einen sofortigen schriftlichen Vertrag. Dieser wurde beiderseits unterschrieben.
Der Antrag bei der KV wurde von uns gestellt, die Gebühr von 150,00 DM von uns bezahlt. Drei Wochen vor Arbeitsbeginn kam ein Schreiben, dass sie eine besser dotierte Stelle gefunden hätte . Da wir mit bisher keinem Assistenten derart intensive Vertragsverhandlungen hatten, waren wir verärgert und stellten ihr unseren Schaden von 150,00 DM Gebühr und eine Unkostenpauschale von 50,00 DM (Steuerberatungs- und Telefonkosten) in Rechnung. Sie will nicht zahlen. Haben wir einen Anspruch?

Wie Fälle für HVM teilen?
Unsere Gemeinschaftspraxis wurde in eine Praxisgemeinschaft umgewandelt. Der HVM unserer KV sieht Fallzahlbegrenzungen vor, was die Steigerung betrifft. M.E. müssten dabei für die Einstufung der nun bestehenden Einzelpraxen die tatsächlich geleisteten Fallzahlen des jeweiligen einzelnen früheren Partners herangezogen werden. Eine Teilung durch die Anzahl der Praxispartner, wie es die KV macht, ist doch ungerecht, wenn z.B. ein Partner 65 %25 der Patienten behandelte und der andere entsprechend 35 %25.

Hilfe, Mietwucher!
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Kitzscher:
Anbei sende ich Ihnen unseren Praxismietvertrag. Die Mietkosten in Höhe von 3538 DM liegen über der ortsüblichen Gewerberaummiete von 11 bis 12 DM pro qm; wir zahlen 18 DM pro qm. Welche Möglichkeiten habe ich als Mieter, den Mietszins an ortsübliche Werte anzupassen? Ist meine Haftung für Mietzinsausfall rechtens?

Für immer Allergie gefischt?
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Kempten:
Meine Erfahrung ist, dass bereits nach einer einmaligen Lebensmittelvergiftung durch verdorbene Miesmuscheln eine dauerhafte Unverträglichkeit entsteht, auch wenn die folgenden Miesmuscheln einwandfrei sind. Im Kollegenkreis haben wir darüber kontrovers diskutiert. Sollte meine Erfahrung zutreffen, so interessiert mich, welche pathophysiologischen Vorgänge dem zu Grunde liegen.

Eine heillose Quälerei?
In unserer Kleinstadt werden seit kurzem durch einen privatärztlich niedergelassenen Kollegen sogenannte Mayr-Kuren/Mayr-Diäten angeboten. Was ist ernährungsphysiologisch von diesen Diäten zu halten? Gibt es Gefahren, Risiken? Ich möchte meinen Patienten gerne kompetent auf entsprechende Fragen Auskunft geben.

Extra-Sprechstunde für Private erlaubt?
Augenarzt
aus T.:
Viele Patienten sind bereit, guten Service zu honorieren. Viele Arztpraxen wären bereit, guten Service anzubieten, wenn dieser angemessen honoriert würde. Eine angemessene Honorierung existiert jedoch bekanntermaßen im System der GKV nicht (mehr) ... Verstößt es gegen Gesetze oder Vorschriften, wenn man als Kassenarzt von 17.00 bis 19.00 Uhr eine Abendsprechstunde für Selbstzahler und Privatpatienten (sog. „Business-Sprechstunde“) einrichtet und diese auch so veröffentlicht? Notfall-Kassenpatienten würden in dieser Zeit selbstverständlich über Chipkarte abgerechnet versorgt.

Müssen wir sie übernehmen?
W. Link und H. Raith,
Fachärzte f. Kinderheilkunde,
Hildesheim:
Unsere Auszubildende wird im Sommer des Jahres ihre Abschlussprüfung ablegen. Wir haben ihr mündlich mitgeteilt, dass eine Weiterbeschäftigung danach nicht möglich ist. Einige Wochen später teilte sie uns mit, dass sie jetzt schwanger ist. Wie ist die Rechtslage? Sind wir nun doch verpflichtet, sie nach dem Ausbildungsende zu übernehmen?

Trotzdem Zuzahlung abführen?
Arzt für Orthopädie und Chirurgie,
Köln:
Die Zuzahlungsbeträge für in der Arztpraxis erbrachte physikalisch-medizinische Leistungen sind zum Teil so gering und der Verwaltungsaufwand bei der Eintreibung ist so hoch, dass eben auf eine Einbehaltung vom Patienten verzichtet wird. Bei Überschreitung des Praxisbudgets werden die Leistungen nicht vergütet, gleichwohl aber die Zuzahlung automatisch von der KV abgezogen. Das bedeutet, dass auf eine erbrachte Leistung auch noch draufgezahlt wird. Sind die KVen tatsächlich gesetzlich verpflichtet, Zuzahlungsbeträge an die Kassen abzuführen? Ist es unter Budgetbedingungen rechtens, Zuzahlungen von Leistungen einzubehalten, die de facto gar nicht vergütet werden?

Darf die Helferin fremdgehen?
Facharzt für Urologie,
Hamburg:
Meine urologische Praxis befindet sich in einem Ärztehaus, in dem auch ein Pulmonologe mit Röntgen-Einrichtung niedergelassen ist. Zur Kosteneinsparung möchten wir die Thoraxaufnahmen in meiner Praxis anfertigen. Die technischen Voraussetzungen sind dafür gegeben. Lässt sich dieses Vorhaben problemlos umsetzen, wenn die Röntgen-Helferinnen des Internisten in meiner Praxis die Thoraxaufnahmen anfertigen? Muss zu diesem Zwecke eine Apparategemeinschaft gegründet werden, oder kann ich dem Kollegen meine Unkosten pro Aufnahme in Rechnung stellen? Gibt es für eine derartige Zusammenarbeit Musterverträge?

Wo wütet der Sjögren noch?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Herborn-Schönbach:
Meine 60-jährige Patientin leidet unter einem Sjögren-Syndrom mit extremer Trockenheit der Mund- und Augenschleimhäute und Pankreatitisschüben. Bei einer Durchuntersuchung fand sich kein Hinweis auf ein Malignom. Die Anti-SS-A-Antikörper sind positiv. Was weiß man heute über die Erkrankung?

Regress-Schutz vom Apotheker?
Bad Berleburg:
Wir sind eine Gruppe von rund 20 Allgemein- und Fachärzten. Wir haben die Idee, dass die örtlichen Apotheker für die Ärzte eine Regressschutzversicherung abschließen sollten. Das Gleiche sollte für die Physiotherapeuten gelten. Im Falle einer Überschreitung und Kürzung (Richtgröße) verzeichnet der Apotheker oder Physiotherapeut einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen, während der Arzt, der sich neuen Innovationen etc. öffnet, einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu verkraften hat. Durch den Abschluss einer Regressschutzversicherung würde das ein wenig gerechter. Ist dies zulässig? Was genau deckt die Regressschutzversicherung ab?

Dem Fiskus mit GmbH ein Schnippchen schlagen?
Meine Arztpraxis befindet sich in meinem eigenen Haus. Wie kann ich es wirtschaftlich und steuerlich so gestalten, dass diese nicht in das Betriebsvermögen wechselt und ich nach einer Praxisaufgabe die Räumlichkeiten nicht als „Privatentnahme“ zu versteuern habe? Da ich geschieden bin, gibt es keinen Ehepartner, von dem ich die Praxis mieten könnte. Sollte ich eine GmbH gründen? Oder gibt es andere Gestaltungsmöglichkeiten? Muss man in dem beschriebenen Fall das von versteuertem Geld erworbene Grundstück und Haus noch einmal komplett versteuern, oder muss nur ein Wertsteigerungsgewinn versteuert werden?

Ich klage auf Gleichbehandlung!
FÄ für Allgemeinmedizin, Psychotherapie,
Bad Schwalbach:
Das BSG-Urteil zur Psychotherapie-Vergütung betrifft nur die ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Psychologen und Ärzte. 90xa0%25 des angeforderten Punkt-Honorarvolumens muss dafür aus den Ziffern 871 bis 884 (genehmigte Therapien) bestehen. Als Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Psychotherapie verbringe ich zwar ebenfalls über 90xa0%25 meiner Arbeitszeit mit Psychotherapie, die aber nicht zu mehr als 90xa0%25 nach den oben genannten Ziffern abgerechnet wird, z.B. müssen ja auch Anträge bearbeitet und Anamnesen durchgeführt werden. Im Jahr 2000 werde ich nur 25 bis 50xa0%25 des Honorars für die gleiche Arbeit bekommen wie ein Therapeut, der genehmigte Sitzungen durchführt. Erste Frage: Hat eine Klage auf Gleichbehandlung Sinn? Zweitens: Wenn ich in meiner 60-Scheine-Praxis für 15 Patienten Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Erstantrag für eine Psychotherapie nach EBM-Nr. 60 durchführe, liege ich mit Sicherheit über dem Durchschnitt der Fachgruppe. Was kann mich vor einem Regress schützen?