Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Versicherung verweigert Auskunft!
Facharzt für Orthopädie i.R.,
Grünstadt:
Von meiner privaten Krankenversicherung „Vereinte“ wurde mir mitgeteilt, dass meine Krankenunterlagen dem Beratungsarzt der Versicherung vorgelegt worden seien. Auf meine Anfrage, welcher Kollege der Beratungsarzt sei, wurde mir die Auskunft verweigert. Habe ich als Patient nicht das Recht zu erfahren, wer in meine Krankenunterlagen Einsicht nehmen konnte?

Wie werde ich endlich schmerzfrei?
Allgemeinarzt in S.:
Ich plage mich schon seit Jahren mit einer Trigeminusneuralgie herum. 1997 erfolgte eine mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta. Letztes Jahr traten erneut gering ausgeprägte Neuralgieschmerzen auf, die jeweils nur kurz anhielten. Seit dem Sommer leide ich unter einem Dauerschmerz, den ich mit 800xa0mg Gabapentin täglich behandle. Unter dieser Therapie bin ich zwar weitgehend schmerzfrei. Ich stelle jedoch fest, dass eine Tendenz zur Dosissteigerung erkennbar ist. Welche Medikamente kämen noch als Mittel der Wahl in Frage? Oder sollte ich mich einem zweiten neurochirurgischen Eingriff unterziehen? Doch mit welcher Methode kann ein Dauererfolg erzielt werden?

Zahle ich zu viel?
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Beratzhausen:
Wie hoch fallen die Nebenkosten pro Monat im Durchschnitt aus für eine normale Allgemeinpraxis, ca. 146 m², ohne große Ausstattung, ohne Hausmeister, kein Fahrstuhl, kein Garten. Ich zahle pro Monat 600xa0DM Festbetrag laut Mietvertrag.

Wie komme ich an mein Honorar?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Ottobrunn:
Meine Kostenerstattungs-Patientin hat die Kasse ermächtigt, das Honorar auf mein Konto zu überweisen. Dabei gibt es Probleme: Eine von der Kasse beauftragte Firma rechnet die GOÄ-Rechnung in den EBM um. Dabei werden Leistungen mit erhöhtem Zeitaufwand falsch berechnet. Ein höherer Steigerungsfaktor als 1,0 mit Begründung (erheblicher Aufwand über 30 Min.) bei der 3 (GOÄ) wird z.B. nur als EBM-Nr. 10 umgesetzt und nicht als 10+18 EBM. Meine Bitte, einen Kontakt mit der „Umrechnungsfirma“ herzustellen, wurde abgelehnt. „Das geht Sie nichts an“ (Originalzitat). „Das Mitglied soll Widerspruch einlegen!“ Welche Möglichkeiten gibt es für mich?

Woher kommt die Purpura?
Hautarzt,
Mannheim:
Meine 50-jährige, ansonsten kerngesunde Patientin, hatte vor zwei Jahren eine Radiuskopffraktur links. Jetzt entwickelt sie seit einigen Monaten am linken Unterarm rezidivierend Erscheinungen im Sinne einer Purpura. Es treten Herde von etwa 1 cm Durchmesser auf, aussehend wie punktuelle hellrote Einblutungen, die sich rasch zurückbilden und keine Beschwerden verursachen. Um was könnte es sich handeln?

Vermieter will mir die Kosten aufbrummen
Arzt für Allgemeinmedizin,
München:
In meinen Mieträumen sind an einigen Heizkörpern noch keine Thermostatventile angebracht. Nachdem ich meinen Vermieter mehrfach darauf angesprochen habe, erhielt ich als Letztes die Mitteilung, wenn ich denn darauf bestünde, so würde man Thermostatventile einbauen, jedoch würden mir die Kosten dafür auferlegt (in Form einer Umlage der Gesamtkosten auf die Monatsmiete). Mir scheint eine solche Praxis nicht rechtens. Weiter möchte mich der sparsame Vermieter an den Kosten für die Erneuerung von sich in Auflösung befindlichen Holzfensterrahmen beteiligen, was meinem Rechtsempfinden ebenfalls widerspricht.

Warum geht die Figur aus dem Leim?
Allgemeinarzt,
Goslar:
Wegen Schwindel und depressiver Verstimmung behandle ich einen 55-jährigen Patienten mit 150xa0mg Sulpirid. Innerhalb von zwei Wochen besserten sich die Beschwerden. In einem Zeitraum von zehn Wochen hat er fast vier Kilogramm Gewicht zugenommen, ohne bemerkenswerte Appetitsteigerung. Wie ist dies zu erklären und was kann man dagegen unternehmen?

Muss ich den Partner informieren?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Hamburg:
Nach einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main muss ein Arzt, der bei einem Patienten eine Aids-Erkrankung diagnostiziert, die Ehefrau darüber unterrichten, auch wenn der Arzt vom Patienten ausdrücklich zum Schweigen verpflichtet wurde (AZ: 8 U 67/99). Das Gericht gelangte zu der Auffassung, die drohende Lebensgefahr für die Ehefrau sei der klassische Fall eines Notstandes, der die Durchbrechung der Schweigepflicht nicht nur rechtfertige, sondern zwingend notwendig mache. Was für die Ehefrau gilt, müsste m.E. ebenso für den Lebensgefährten sowie unmittelbar betroffene Familienmitglieder gelten, wenn sie in engem Kontakt mit dem Infizierten leben. Da ich eine solche Konstellation in meiner Praxis habe, wo der betroffene Patient mich zum Schweigen verpflichtet, würde ich gerne Ihre juristische Meinung hören.

Was fügt ihn zusammen?
Schwerpunktpraxis für Phlebologie,
Stuttgart:
Ich behandle eine Patientin mit tiefer Venenthrombose. Immer wieder bricht bei ihr der Nagel des Daumens auf. Wie kann man dieses Bild einer Onychoschisis therapieren? Die Patientin nimmt an Medikamenten ein östrogen-gestagenhaltiges Kombinationspräparat, Amlodipin 5 mg und Pentoxyfyllin.

Muss ich sie 20 Jahre aufbewahren?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Thurm:
Meine Praxis befindet sich in einer Immobilie, die zu DDR-Zeiten als Ambulatorium genutzt wurde. Das Haus gehörte der Gemeinde, die es mir 1995 verkauft hat. Auf dem Boden des Hauses lagern alte Patientenakten von 1960 bis 1990. Wer ist Rechtsnachfolger der Patientenunterlagen? Bin ich verpflichtet, die Unterlagen entsprechend den Bestimmungen 20 Jahre aufzuheben?

Mit Vitaminen senken?
Arzt für Innere Medizin,
Würzburg:
Ich betreue einen 34-jährigen Patienten mit einem Typ-I-Diabetes. Es bestehen deutlich erhöhte Homozysteinwerte im Serum bei gleichzeitiger Erniedrigung des Vitamin-B12-Spiegels. Trotz monatelanger peroraler Substitution von Vitamin B6 und B12 sind die Werte weitgehend unverändert. Das rote Blutbild ist unauffällig. Was ist zu tun?

Gebühren fürs Radio meiner Putzfrau?
Im vergangenen Jahr war ein Außendienstmitarbeiter der GEMA bei mir in der Praxis, um auszukundschaften, ob in meiner Praxis ein Rundfunkempfänger eingeschaltet ist. Nun existiert hier tatsächlich ein Radiogerät, und es war dummerweise auch noch eingeschaltet. Dieses Gerät, für das ich bereits die Rundfunkgebühr zahle, befindet sich in einem Vorzimmer meines eigentlichen Behandlungszimmers. Hier erledigt die Sprechstundenhilfe manchmal vorbereitende Arbeiten wie Blutdruck-Messen, Wiegen usw. Eigentlich wurde das Radio mehr oder weniger für unsere Reinigungskraft als Geräuschkulisse angeschafft.
Bei seinem Besuch übergab der Außendienstmitarbeiter meiner Sprechstundenhilfe einen Vertrag der GEMA mit der Bemerkung, der Praxisinhaber werde von der GEMA noch hören. Im Oktober wurde ich dann angemahnt, den überreichten Vertrag zu akzeptieren. Mir ist nicht ganz klar, warum und wieso ich für eine angebliche Musiknutzung noch eine Gebühr bezahlen soll.

Orale Antikoagulation im akuten Schub absetzen?
Facharzt für Innere Krankheiten,
Neuss:
Ein 67-jähriger, adipöser Patient mit Hypertonie leidet an einer derzeit in Remission befindlichen Colitis ulcerosa. Vor einigen Wochen entwickelte er eine absolute Arrhythmie mit transitorisch-ischämischen Attacken und Fazialisparese. Wegen im Schädel-CT nachgewiesener multipler kleinerer Infarkte wurde der Patient auf ein Kumarin-Derivat eingestellt. Was mache ich mit der Antikoagulation, wenn es zu einem Schub der Colitis ulcerosa kommen sollte?

50 Pf. kosten Zuzahlungsbefreiung
Arzt für Allgemeinmedizin,
Emden:
Ich habe ein Ehepaar als Patienten, bei dem beide chronisch krank sind und eine Reihe von Medikamenten brauchen, die Ehefrau benötigt zusätzlich anhaltend physikalische Therapie. Das Ehepaar liegt mit seinem Einkommen um 0,50 DM über der Befreiungsgrenze von den Zuzahlungen, hat aber im Laufe des letzten Jahres die Belastungsgrenze von 1 %25 überschritten, die für die chronisch Kranken gilt. Die Krankenkasse lehnte es ab, für den Rest des Kalenderjahres 1999 dies anzuerkennen und die Überzahlung zu erstatten. Erst 2000 erfolge die Befreiung. Ist das Vorgehen der Krankenkasse von den gesetzlichen Regelungen gedeckt?

Patienten ablehnen?
Neumarkt-St. Veit:
Seit wann sind Grenzfallzahlen und Honorargrenzwerte der KV Bayerns per HVM geregelt? Für Allgemeinmedizin habe ich Werte vom 1.7.99, Grenzfallzahl 1114. Haben Sie frühere Werte? Was mache ich, wenn ich diese Werte überschreite, muss ich Patienten ablehnen?

Medikamentös vertreiben?
Facharzt für Innere Medizin,
Prien:
Meine 51-jährige Patientin leidet an rezidivierenden Xanthelasmen der Augenlider. Ihre Blutfettwerte: Cholesterin 209 mg/dl, HDL 75 mg/dl, LDL 121 mg/dl, Triglyzeride 67 mg/dl. Gibt es neben der chirurgischen Ablation auch medikamentöse Ansätze zur Behandlung dieser Fettbeete?

Muss ich die Umlage trotzdem zahlen?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Sontra:
Dürfen Gebäudeversicherung und Grundsteuer auf die Mieter umgelegt werden? Im Mietvertrag sind beide Positionen nicht erwähnt, dennoch berechnet mein Vermieter sie anteilig. Ich kenne die Umlage dieser Nebenkosten aus früheren Mietverhältnissen nicht. Was ist gängig und üblich, und was muss schriftlich gesondert vereinbart werden?

Kann ich die Lieferung der BDT-Schnittstelle erzwingen?
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Weener:
Ich habe mich einem hiesigen Ärztenetz angeschlossen. Mein Softwarehaus verweigert mir nun die Installation der Netzsoftware. Um trotzdem im Netz mitarbeiten zu können, bin ich daher gezwungen, das Softwarehaus zu wechseln, wozu im Normalfall eine BDT-Schnittstelle erforderlich ist. Aber auch diese wird mir nicht zur Verfügung gestellt. Habe ich eine juristische Handhabe, gegebenenfalls die Softwarefirma zu „zwingen“, bzw. muss ich entstehende finanzielle Nachteile klaglos hinnehmen?