Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Muß ich die Patientin impfen?
Internist
Eggenfelden:
Bei meiner 40jährigen Patientin sind Hepatitis-A-Antikörper positiv, Anti-HAV-IgM negativ, weiter ist HBsAg positiv, Anti-HBs aber negativ. Sollten die Patientin oder andere Familienmitglieder gegen Hepatitis B geimpft werden?

Ohne ausführliche Dokumentation kein Honorar?
Arzt für Innere Medizin und Kardiologie
Kaarst:
Im Rahmen einer Honorarabrechnung werden mir von der KV die Abrechnungsziffern 17/18 für die Jahre 96/97/98 komplett gestrichen mit der Begründung, daß ich diese Ziffern nicht gleichzeitig mit einem Text in meiner Kartei dokumentierte, also lediglich Ziffer 17 vermerkte und ein Stichwort (z.B. Herzoperation). Der Prüfarzt behauptet, daß ich schon den Inhalt dieses Patientengespräches hätte protokollieren müssen. Ich hielt eine solche Vorgehensweise nicht für notwendig, weil im EBM, im Gegensatz z.B. zur Ziffer 60, diese Forderung nicht erkennbar ist.

Warum Tote Kassenbeiträge zahlen
Arzt für Innere Medizin
Villingen-Schwenningen:
Patientinnen haben sich bei mir beschwert, daß von ihrer Witwenrente noch der Beitragsanteil zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung abgezogen wird, wobei sie noch zusätzlich von ihrer eigenen Rente ebenfalls einen Beitragsanteil leisten müssen. Auf welche rechtlichen Grundlagen stützen sich diese Abzüge? Ist es Usus, daß die Toten auch ihren Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen müssen?

Gütesiegel auf Briefbögen und Rezepte drucken?
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Minden:
Seit dem 20.4.99 ist unsere Praxis nach der Euronorm ISO NORM 9001 voll zertifiziert. Ebenso unser IVF-Institut. Über den betriebswirtschaftlichen Nutzen sind wir selber informiert und merken nach den Wochen und Monaten der Anspannung und des Einsatzes, daß das System sehr wohl auch innerbetriebliche Vorteile hat. Unsere Frage geht nun dahin, inwieweit diese Zertifizierung auch nach außen hin dargestellt werden kann? Zum Beispiel auf Briefbögen, Rezepten, Vordrucken? Die Ärztekammer wurde von dem für uns erfreulichen Vorgang selbstverständlich noch am gleichen Tag informiert, hält sich aber bis heute bedeckt.

Was vertreibt die Stomatitis?
Praktische Ärztin
Dr. Wolfgang Müller
Allgemeinarzt
Wallerstein:
Unsere Patientin ist 73 Jahre alt und leidet unter einer chronischen Stomatitis herpetica. Eine wochenlange Aciclovir-Therapie brachte keine Besserung. Sie hat fast immer schmerzhafte Bläschen im Mund. Wir bitten für die Patientin um weitere Therapievorschläge.

Gibt´s das überhaupt nach der Menopause?
Facharzt für Chirurgie und Allgemeinmedizin
Bad Nenndorf:
Bei meiner 67jährigen Patientin entwickelten sich 1970 erstmalig und nur im Gesicht auftretend akneähnliche große Knoten, die keiner üblichen Behandlung zugänglich waren. Nach Konsultation mehrerer Hautärzte wurde 1974 zwar die Diagnose Lupus vulgaris gestellt und entsprechend behandelt, histologisch ließ sich die Diagnose aber nicht verifizieren.
Eine entscheidende Besserung des Krankheitsbildes trat ein, als die mittlerweile postmenopausale Frau täglich Kliogest® einnahm. Retrospektiv fällt auf, daß eine ähnliche Besserung beobachtet wurde, als die Patientin mit dem später aus dem Handel genommenen Ovulationshemmer Aconcen® behandelt wurde. Sind derartige Knoten, die einer Akne conglobata ähneln, als hormonell ausgelöst auch bei älteren Frauen bekannt? Bestehen Bedenken, das Kliogest® in täglicher Dosierung weiter zu geben?

Weiterbildungs-Assi motivieren
Facharzt für Allgemeinmedizin
Freden:
In Ihrem Artikel „Wer bezahlt den Assi?“ in der Medical Tribune Nr. 27, Seite 11, erläutern Sie, daß man bei einem Weiterbildungsassistenten auch ein eher niedriges Fixgehalt mit finanziellen Leistungsanreizen kombinieren kann. Bisher wurden meine Assistenten nach BAT 2 eingestuft mit den üblichen Ortszuschlägen. Wie weit kann man das Grundhonorar absenken? Erhält man trotzdem die Fördermittel von KVen und Kassen?

Darf es der Vermieter aufstellen?
Internisten
Kötzting:
Im Rahmen einer Ortsbeschilderung (Kurort etc.) beabsichtigt unser Hauswirt, an exponierten Stellen ein Schild anzubringen: „Ärztehaus“. In diesem Haus sind zwei Internisten, inkl. Pulmologe, ferner ein Orthopäde und ein Allgemeinmediziner, zusätzlich eine physikalische Therapie. Ist dies juristisch/standespolitisch einwandfrei?

Nrn. 1408 und 1409 pro Ohr berechnen?
HNO-Arzt
Bonn:
Bei der Abrechnung nach GOÄ mit dem Kostenträger Bundesversicherungsanstalt für Angestellte bestehen unterschiedliche Ansichten in bezug auf die Abrechnung der Ziffern 1408 und 1409. Können diese Ziffern jeweils zweimal abgerechnet werden, wenn die Messung jeweils am linken und am rechten Ohr erfolgte?

Sind die Kranzgefäße wetterfühlig?
Gibt es eine morphologische oder funktionelle Erklärung für das Phänomen, daß einzelne Koronarkranke nach an sich angemessenen körperlichen Anstrengungen erst nach Stunden - wieder ganz in Ruhe - anginöse Reaktionen zeigen? Könnte es einen Zusammenhang mit schwülwarmem Wetter geben?

Alte Konditionen bestätigen lassen
Internist
Ahrenshagen:
Ich war bislang Hypobank-Kunde. Nach der Fusion der Hypobank mit der Vereinsbank sind die Geschäfte im Norden auf die Vereins- und Westbank AG übergegangen. Damit ändern sich auch die Kontoverbindungen (neue Bankleitzahl, neue Kontonummern) meiner bestehenden Kreditverträge. Nun verlangt die Bank von mir, daß ich „zur formalen Überleitung der bestehenden Kreditverhältnisse“ alle Verträge noch einmal unterschreibe. Muß ich jetzt sämtliche Konditionen noch einmal überprüfen? Oder kann ich mich darauf verlassen, daß sich die Vertragsbedingungen nicht zu meinen Ungunsten geändert haben?

Muß ich ihr die Kartei neu abschreiben?
Internisten
Kötzting:
Eine im Groll von uns geschiedene Patientin verlangt die „lückenlose Herausgabe der gesamten Krankenunterlagen, einschließlich der Röntgenaufnahmen“. Sie droht bereits mit gerichtlichen Schritten und weist auf zwei Urteile hin (BGH vom 23.11.82, BGH NJW 1983-328 und NJW 1983-336). Laut dieser Urteile würden ihr „alle Unterlagen zustehen, und zwar in leserlicher Form“. Wir haben bis dato keine Anfrage eines evtl. betreuenden Arztes, dem wir selbstverständlich die notwendigen Informationen und vorübergehend die Röntgenbilder sowie ggf. Krankenhausberichte in Ablichtung zukommen lassen würden. Müssen wir der Patientin die Kartei übergeben bzw. kopieren oder sie am Ende eigens neu (für die Patientin verständlich) verfassen?

Vor Gericht Beweis genug...
praktischer Arzt
Aschaffenburg:
Als das sog. Einwurf-Einschreiben neu aufkam, hatten Sie in einem Beitrag „Neues Einwurf-Einschreiben - Bei Kündigungen ratsam“ diese Zustellungsform empfohlen. Nun habe ich in der Offenbach Post einen Artikel gefunden, in dem festgestellt wird, daß Einwurf-Einschreiben vor Gericht eben keine Beweiskraft haben. Die Unterschrift des Postboten, mit der er den Briefeinwurf bestätigt, gelte nicht als öffentliche Urkunde. Wenn der Empfänger den Zugang bestreite, stehe vor Gericht gleichgewichtig Aussage gegen Aussage. Ich bitte um eine Stellungnahme Ihres beratenden Rechtsanwalts Gläser, von dem die Empfehlung in MT stammte.

Nur mit Narkose oder Plexusblockade?
Facharzt für Orthopädie
Frankfurt/Oder:
Die EBM-Nr. 2460 (Mobilisation eines kontrakten Gelenkes in Narkose oder Regionalanästhesie als selbständige Leistung) wurde bisher von mir bei der Behandlung vorwiegend kontrakter Schultergelenke (Frozen shoulder) abgerechnet. Als Regionalanästhesie wurde das Schultergelenk entweder mit einem Lokalanästhetikum z.B. Xylonest® intraartikulär aufgefüllt oder der Schulterbereich durch das Umspritzen des N. subscapularis mit einem Lokalanästhetikum anästhesiert.
Die KV Brandenburg streicht den Orthopäden nun ab 1/99 diese Nr. als fachfremde Leistung. Grundlage dieser Auffassung ist der Kommentar im Wezel/Liebold dazu. Hier wird vorausgesetzt, daß ein Anästhesist in Form einer Narkose oder hohen Plexusanästhesie die geforderte Regionalanästhesie erbringt. Bisher wurde die Nr. 2460 in Verbindung mit der Nr. 451 erbracht und abgerechnet. Ich bin weiter der Auffassung, daß auch mein oben geschildertes Vorgehen die geforderte Regionalanästhesie erfüllt.

Urlaub muß ausgezahlt werden!
Praktische Ärztin
Niemegk:
Mit meiner am 7.12.98 eingestellten Arzthelferin hatte ich eine Probezeit von sechs Monaten, also bis 7.6.99, vereinbart. Am 28.5.99 kündigte sie zum Ende der Probezeit. Für die Zeit vom 28.5. bis 4.6.99 legte sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor. Nunmehr verlangt sie Urlaubsabgeltung. Muß ich zahlen?

Welche Gefahren drohen dem Nachwuchs?
praktischer Arzt
Sundern-Allendorf:
Ringelröteln führen bei uns in der Gegend zur Verunsicherung der Bevölkerung, aber auch der Ärzte und Gesundheitsämter. Wie gefährlich ist die Erkrankung für schwangere Frauen? Besteht das Risiko, daß mißgebildete Kinder zur Welt kommen? Welche prophylaktischen Maßnahmen sind sinnvoll?

Wie kann ich der KV Dampf machen?
Ich streite mit der KV über die Höhe von Zusatzbudgets. Gegen einen Bescheid habe ich Widerspruch eingelegt und eine Begründung der für mich nachteiligen Entscheidung erbeten. Seit drei Monaten warte ich auf Antwort. Bei der letzten Quartalsabrechnung wieder derselbe "Fehler". Soll ich erneut Widerspruch einlegen? Auch bei zwei Prüfungsverfahren warte ich schon lange auf den Bescheid über das Ergebnis der Prüfung.