Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Zum Notdienst verdonnert?
Ich bin seit 1990 in einem stadtnahen Gebiet als Ärztin für Psychotherapeutische Medizin niedergelassen. Meine Kollegen, die im Bereich der beiden Großstädte in der Umgebung niedergelassen sind, müssen nicht am ärztlichen Notfalldienst teilnehmen. Da ich auf dem Land praktiziere, bestanden die anderen niedergelassenen Kollegen darauf, daß ich am Notfalldienst teilnehme, weil die Notfalldienstgemeinschaft sehr klein ist.
Ich habe bei meiner KV Widerspruch gegen die Teilnahme am Notfalldienst eingelegt mit der Begründung, daß ich mit den psychotherapeutischen Kollegen gleichbehandelt werden will. Diese bekamen dann einen Brief von der KV, daß sie demnächst zu Notfalldiensten in der Ambulanz eingeteilt werden. Daraufhin habe ich meinen Widerspruch zurückgezogen, weil ich nicht wollte, daß die Kollegen belastet werden. Seit 1991 bin ich also eine der wenigen ärztlichen Psychotherapeuten in unserem Bundesland, die am Notfalldienst teilnehmen müssen. Seit 1999 gilt ja das Psychotherapeutengesetz, in dem die Psychologen den Ärzten weitgehend gleichgestellt werden und auch Mitglieder der KV werden. Natürlich müssen die Psychologen nicht am Notfalldienst teilnehmen, weil sie ja keine Ärzte sind. Da ich in Zukunft mehr oder weniger die gleiche Tätigkeit ausübe wie die von der KV zugelassenen Psychologen, frage ich mich, ob ich jetzt mit einem Widerspruch gegen die Teilnahme am ärztlichen Notfalldienst möglicherweise Erfolg haben könnte.

Wie verteilen wir den Gewinn?
Ich bin Juniorpartner in einer Gemeinschaftspraxis. Mein Kollege will drei Monate Urlaub machen. Da ich die Praxis dann alleine führe, möchte ich für meine Mehrarbeit einen finanziellen Ausgleich. Wie könnte der berechnet werden? Der Umsatz beträgt ca. 800 000 DM, der Gewinn 537 000 DM. Ich bin mit 50 %25 am Gewinn beteiligt.

Was verdient so ein junger Kollege?
Wir möchten in unserer Gemeinschaftspraxis einen Weiterbildungs-Assistenten für etwa 18 Monate beschäftigen. Dafür bekommen wir von der KV 2000 DM Zuschuß. Welches Gehalt sollen wir dem jungen Kollegen bezahlen? Wir erwirtschaften um die 800 000 DM, davon stehen unterm Strich 550 000 DM Gewinn.

Hilft nur Transplantieren?
Arzt für Allgemeinmedizin
Endingen:
Meine 44jährige Patientin leidet an Zystennieren und einer riesigen Zystenleber, die sonographisch bis ins Becken reicht und den gesamten rechten Ober- und Mittelbauch einnimmt. Die Größe der Leber macht der Patientin zunehmend Beschwerden beim Sitzen und Autofahren. Auch kann sie nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und wird zunehmend kurzatmig. Die Leberfunktion ist nicht eingeschränkt, die Zystennieren arbeiten regelrecht. Von einer Universitätsklinik wurde die Entlastung durch Punktion der Leberzysten für nicht sinnvoll erachtet. Gibt es eine Möglichkeit, die Leber zu verkleinern oder bleibt letztendlich nur die Transplantation?

Sind die Metall-Nippel unhygienisch?
Facharzt für Innere Medizin
Neunkirchen:
Beim Aufreißen von Getränkedosen und Hochziehen des Metallringes taucht die Verschlußzunge in die Flüssigkeit ein. Hierbei ist eine potentielle Kontamination nicht auszuschließen. Gibt es Untersuchungen, ob durch diesen nach innen gedrückten Dosen-Nippel Hygieneprobleme entstehen können? Schon vor geraumer Zeit regte ich an, beim Abfüllvorgang den gesamten Schließ- und Öffnungsmechanismus der Dose mit einer Folie (Hygienesiegel) zu versiegeln.

Kann sie meine Partnerin werden?
Eine meiner Helferinnen hat Kenntnisse in speziellen Massage- und Atmungstechniken, Ernährungsthemen und Methoden der Konzentrationsverbesserung erworben, die durch eine psychologische Zusatzausbildung vertieft wurden. Nun möchte ich in den IGEL-Zeiten außerhalb der offiziellen Sprechzeiten ein 2. Standbein für das Überleben meiner Praxis schaffen und dabei mit meiner Helferin als Partnerin (nicht als Angestellte) kooperieren. Meine Kammer sagt, dies sei verboten. Stimmt das?

Welche sind die richtigen?
Arzt für Allgemeinmedizin
Rastatt:
Meine 14jährige Tochter hat eine mit 5,0 dpt korrigierte Myopie ohne andere Fehlsichtigkeiten. Aus funktionellen (Sport) und ästhetischen Gründen wünscht sie sich Kontaktlinsen, die sie auch gut toleriert. Ihr Augenarzt verordnete sogenannte „weiche“ Linsen, der Optiker schlug dagegen die Verwendung von „Wegwerflinsen“ vor, da bei diesen das Risiko einer Augeninfektion geringer sei. Der Augenarzt lehnt die Wegwerflinsen als ungünstig für ein jugendliches Auge ab. Stellt sich hier ein medizinisches oder ein wirtschaftliches Problem (Konkurrenz Augenarzt/ Optiker)? Welche Versorgung ist für Jugendliche optimal?

Werbeverbot austricksen?
Ein Kollege (plast. Chirurg) und ich (Dermatologin) wollen für ein „Institut für Ästhetik und Gesundheit“ beratend tätig werden. Das Institut wirbt unter anderem für Dermatokosmetik und Schönheitskorrekturen in ausgewählten Zeitschriften. Bei Bedarf sollen wir die Klientel über mögliche Maßnahmen beraten. Wir bekommen dafür ein Beraterhonorar. Die eigentliche Maßnahme soll bei uns in den Praxen erfolgen. Die Bezahlung erfolgt analog GOÄ mit Vertrag. Gibt es Einwände gegen diese Tätigkeit, z.B. standesrechtliche oder fiskalische?

Gegen Abrechnung klagen?
In meiner Klientel finden sich viele mit Status 1 versicherte Mitglieder, die jedoch schon lange faktisch Rentner sind. Als freiwillig Versicherte haben sie jahrzehntelang ihrer Kasse die Treue gehalten und Höchstbeiträge gezahlt. Nun erhalte ich für sie ein kleineres Praxis- und Laborbudget, bei den Medikamenten 73,24 DM anstatt 230 DM pro Fall und Quartal als Richtgröße. Alleine die Minderbewertung der Ordinationsgebühr macht in meiner Praxis pro Quartal eine Differenz von 3000 DM aus. Hat es Sinn, vor das Sozialgericht zu gehen? Wie ist der dafür notwendige Ablauf? Was passiert mit früheren Quartalen?

Strafanzeige vergammelt
Ich habe einen Patienten angezeigt, weil er nach meinen Informationen bei Behandlungsbeginn wußte, daß er später nicht würde zahlen können (Offenbarungseid). Die Justizorgane sehen aber keinen Handlungsbedarf.

Bei Zusatzbudgets benachteiligt?
Ich betreibe eine allgemeinmedizinische Praxis mit Schwerpunkt Chirotherapie, ambulantes Operieren und Unfallbehandlung. Dabei erbringe ich auch Röntgenleistungen. Mein Praxispartner darf jedoch nicht röntgen, weshalb wir nur das halbe Zusatzbudget bekommen, statt 88 Punkte/Fall nur 44 Punkte/Fall. Ich stehe mit unserer modernen 2 Platz Röntgenanlage vor einem wirtschaftlichen Fiasko. Kann dies so Rechtens sein?

Müssen Spezialisten Hausärzte vertreten?
Derzeit nehmen bei uns am Ort alle Ärzte - Hausärzte wie Spezialisten - am Notdienst am Samstag, Sonntag, Feiertag und am Mittwochsdienst teil. An den Wochentagen Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag wird der Dienst an den sprechstundenfreien Zeiten von den hausärztlich tätigen Kollegen alleine in kollegialer Vertretung geregelt. Die nicht hausärztlich tätigen Gebietsärzte nehmen an diesem Dienst nicht teil. Sind nicht hausärztlich tätige Gebietsärzte rechtlich dazu verpflichtet, die hausärztlich tätigen Kollegen am Mittwochsdienst und wochentags zu vertreten und die hausärztliche Tätigkeit an den sprechstundenfreien Zeiten zu übernehmen? Muß ein Hintergrunddienst eingeteilt werden?

Hohes Haftungsrisiko beim Griff zur Spritze
Arzt für Allgemeinmedizin
Herford:
Immer wieder kommt es im Notdienst am Wochenende vor, daß PatientInnen mit irgendwelchen Medikamenten-Ampullen erscheinen, die sie sich auf Anordnung ihrer behandelnden Ärzte vom Notdienstarzt spritzen lassen sollen. Nicht selten handelt es sich um Hormonpräparate, die im Rahmen von Fertilitäts-Therapien eingesetzt werden. Oft fehlt eine schriftliche Anweisung (Patienten-Aussage: zwei von denen und eine von denen), die Präparate einschließlich Nebenwirkungen und Risiken sind dem Notdienstarzt in der Regel nicht bekannt. Es bleibt im Notdienst auch keine Zeit, sich mit der Behandlung und den Medikamenten vertraut zu machen. Wie ist in solchen Fällen das Haftungsrisiko einzuschätzen?

So wird er wasserdicht
Allgemeinarzt
Meschede:
Im Rahmen der Rückkehr von Arzthelferinnen aus dem Erziehungsurlaub wurde schon häufig an dieser Stelle eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Aufhebungsvertrag angesprochen. Was muß ein solcher Aufhebungsvertrag beinhalten? Worauf muß ich achten?

Wo muß ich nach Tumoren suchen?
Allgemeinarzt
Bad Neustadt:
Meinem 69jährigen Patienten wurden 1994 Polypen aus dem Colon ascendens sowie transversum entfernt. Dabei handelte es sich um tubulovillöse Dickdarmschleimhautadenome mit höchstens mittelgradigen drüsigen Dysplasien. Damals fiel erstmals ein CEA von 261 ng/ml auf. Bei den seither regelmäßig durchgeführten sowohl ambulanten als auch stationären Nachsorgen fand sich immer die exzessive CEA-Erhöhung, ohne daß eine Ursache ausgemacht werden konnte. Die letzte teilstationäre Untersuchung erfolgte 1/98, eine erneute Untersuchung durch mich im Dezember 1998, nachdem ich den Patienten längere Zeit nicht gesehen hatte. Diesmal ergab sich ein (kontrollierter) CEA-Wert von 4810 ng/ml. Der Patient ist subjektiv beschwerdefrei. Klinisch und sonographisch kein Tumoranhalt, kein Anhalt für Metastasen. Was kann dahinterstecken? Was ist zu tun?

Kann das Babys Hirn schaden?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Wuppertal:
Meine Patientin wurde, während sie mit ihrem zweiten Kind schwanger war, mit Folsäure behandelt. Dieses Kind leidet heute unter Autismus. Kann Folsäure in der Schwangerschaft zentralnervöse Störungen beim Feten hervorrufen?

Greifen Chlamydien die Koronarien an?
Arzt für Allgemeinmedizin
Nieder-Olm:
Bei meinem 62jährigen Patienten besteht eine schwere koronare Dreigefäßkrankheit. Neben einer positiven Familienanamnese und einer Hyperlipoproteinämie wurden Antikörper gegen Chlamydia pneumoniae gefunden. Welche Bedeutung kommt diesem Befund zu? Sollte eine antibiotische Behandlung durchgeführt werden?

Haushaltshilfe verordnen?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Hamburg:
Eine meiner berufstätigen Patientinnen, Mutter eines 14 Monate sowie 8 Jahre alten Kindes, wird von mir wegen eines grippalen Infektes für eine Woche krank geschrieben. Für diesen Zeitraum beansprucht nun die Patientin die Verordnung von Haushaltshilfe, da, wie sie sagt, ihr Ehemann zu Hause geblieben sei. In meiner Naivität verordnete ich zwei Stunden Haushaltshilfe, womit der Ehemann in keiner Weise einverstanden ist, da er immerhin 24 Stunden seiner Frau zur Verfügung gestanden habe. Wieviel Stunden Haushaltshilfe sind bei einem normalen grippalen Infekt lege artis zu verordnen?

Er will mir die Risiko-Aufklärung aufbrummen
aus D.:
Ein Subspezialist für Gastroenterologie am Krankenhaus führt ambulante Gastroskopien durch und verlangt als Vorbereitung neben dem Überweisungsschein auch, daß der überweisende Arzt die Einverständniserklärung samt Belehrung über mögliche Komplikationen (auf einem mit Krankenhauskopf versehenen Formular) im Vorfeld der Untersuchung erstellt. Mein Standpunkt: Zur Gesamtheit der Leistungserbringung gehören Belehrung durch den durchführenden Arzt und Einverständniserklärung der Patienten, Durchführung der Gastroskopie und Befundübermittlung.