Management der chronischen Insomnie

Mit Verhaltenstherapie und Pharmaka gegen Schlaflosigkeit    

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 4 Min
Eine chronische Insomnie kann nicht nur mürbe, sondern auch krank machen.

In der Therapie der chronischen Schlafstörung hat die kognitive Verhaltenstherapie Priorität. Theoretisch, denn in Deutschland mangelt es an entsprechenden Angeboten. Häufig wird man deshalb auf Medikamente zurückgreifen müssen. Für deren Einsatz gibt es einen Stufenplan.

Die Insomnie wird heute als eine komplexe Störung angesehen, bei der es zur anhaltenden Hyperaktivierung zentraler Stress- und Arousal-Systeme kommt. Dabei spielen neurobiologische, kognitive sowie verhaltensbezogene Komponenten eine Rolle. Die Schlafstörung kann sich plötzlich und unerwartet, aber auch langsam schleichend entwickeln. Triggerfaktoren wie Stress, Stillzeit, Klimakterium, Schichtarbeit oder Komorbiditäten sind dafür keine Voraussetzung, schreibt ein Autorenteam um Prof. Dr. Ingo Fietze vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Mögliche Folgen der Insomnie

Eine gestörte Nachtruhe kann zu Müdigkeit oder Reizbarkeit führen und die mentale und körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Die chronische Insomnie geht aber mit weit schwereren Risiken einher. Denn im Schlaf, vor allem in den Tiefschlafphasen, arbeitet das glymphatische System vermehrt und entsorgt Stoffwechselabfallprodukte wie z. B. Beta-Amyloid. Ein dauerhafter Schlafmangel steigert daher die Gefahr für Erkrankungen wie Demenz, M. Parkinson oder Depression. Die Insomnie beeinträchtigt außerdem das Immunsystem, damit steigt das Risiko für entzündliche und maligne Erkrankungen.

Größte Bedeutung für die Diagnose einer chronischen Insomnie hat die Anamnese

Die Diagnose wird anhand der Anamnese gestellt. Nicht vergessen werden sollten dabei Fragen nach Medikamenteneinnahme, Drogen- und Alkoholkonsum, körperlicher Aktivität, Arbeitszeiten, Naps und Schlaf im Urlaub und an Wochenenden. Ergänzend helfen Fragebogen. Eine Polysomnografie ist nur bei Verdacht auf eine andere schlafbezogene Erkrankung indiziert oder zum Ausschluss einer solchen, wenn die Insomnietherapie trotz gegebener Adhärenz nicht greift. Von den Krankenkassen wird die Untersuchung allerdings nur selten bezahlt, berichtet das Team. Gleiches gelte für die ambulante häusliche Messung, obwohl diese für die Insomniediagnostik und -therapie hilfreich sein könnte. Bekommt z. B. ein Betroffener noch ausreichend Tiefschlaf, benötigt er keine tiefschlaffördernde Medikation.

Insomnie nach ICSD-3*

Um die Definition einer chronischen Insomnie zu erfüllen, muss mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

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