Gefäßkomplikationen bei akuter und chronischer Pankreatitis

Thromboembolierisiko bei akuter Pankreatitis unterschätzt

Viszeralmedizin 2026
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Stand: 
|Lesezeit: 3 Min
Um das Risiko für Thromboembolien bei einer Pankreatitis abzuschätzen, kann ein neuer Risikoscore angewendet werden.

Lungenembolien und tiefe Beinvenenthrombosen treten bei akuter Pankreatitis häufiger auf als viszerale Thrombosen. Ein neuer Risikoscore soll gefährdete Patientengruppen frühzeitig erkennen.

Für viszerale Thrombosen werden in der Literatur Häufigkeiten von bis zu 20 % bei akuter Pankreatitis und bis zu 12 % bei chronischer Pankreatitis genannt. Über nicht viszerale Thromboembolien gibt es dagegen wenig Daten. In einer retrospektiven Auswertung einer Münchener Patientenkohorte fand ein Team um Dr. Jakob Vielhauer von der LMU München bei akuter Pankreatitis häufiger Lungenembolien und venöse Thromboembolien als viszerale Gefäßveschlüsse.

Wie Dr. Vielhauer berichtete, umfasste die ausgewertete Kohorte 365 Patientinnen und Patienten mit einer akuten Pankreatitis, 282 hatten eine chronische Pankreatitis. In der ersten Gruppe entwickelten 7,7 % tiefe Beinvenenthrombosen (TVT) und 5,5 % Lungenembolien. Portal- oder Milzvenenthrombosen kamen nur jeweils bei etwa 1,5 % der Behandelten vor. Anders bei der chronischen Pankreatitis: Hier waren Portalvenenthrombosen (7 %) und Milzvenenthrombosen (6 %) wesentlich häufiger als TVT (3,5 %) und Lungenembolien (2,3 %).

 

Vollantikoagulation löst Gerinnsel nur bei der Hälfte der Pankreatitis-Betroffenen

Eine komplette Auflösung des Gerinnsels mit Vollantikoagulation wurde bei akuten und chronischen Pankreatitiden in etwa der Hälfte der Fälle erreicht. Der Anteil ohne Therapieerfolg war bei akuter Pankreatitis etwas höher als bei chronischer Pankreatitis. Interessant fand Dr. Vielhauer den Befund, dass Betroffene, die schon vor der Pankreatitis antikoaguliert waren, einen Trend hin zu mehr kompletter Auflösung der Emboli zeigten.

Viszerale Thromboembolien verlängerten die Dauer des Krankenhausaufenthalts bei Pankreatitis noch deutlicher als TVT und Lungenembolien. Thromboembolische Ereignisse waren zudem Treiber von lokalen und systemischen Komplikationen. Bei akuter Pankreatitis betraf das jede Organkomplikation, auch neurologische und renale, betonte Dr. Vielhauer.

Neuer Score soll hohes Risiko für Thromboembolien bei Pankreatistis früh erkennen

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