Hauptsache Zytoreduktion vor der CAR-T-Zell-Therapie
B-ALL-Erkrankte bleiben länger leukämiefrei, wenn Bridging-Therapien die Krankheitslast vor der CAR-T-Infusion senken. Gemäß einer retrospektiven Analyse kommt es nur nachrangig darauf an, wie dieses Ziel erreicht wurde.
Den Einfluss der Krankheitslast auf den Erfolg von CD19-CAR-T-Zellen beurteilen und das optimale Bridging-Regime ermitteln – zu diesem Zweck werteten Forschende die Daten von 154 B-ALL-Patient:innen aus, die zwischen 2014 und 2024 am City-of-Hope-Klinikum eine gegen CD19 gerichtete CAR-T-Zelltherapie erhalten hatten.
Bridging-Therapie vor CAR-T: Nur 23 % erreichen niedrige Krankheitslast
Prof. Dr. Lindsey Murphy, City of Hope, Duarte, und Kolleg:innen konzentrierten sich auf Betroffene, die zum Zeitpunkt der Leukapherese eine hohe Krankheitslast aufwiesen. Diese Erkrankten hatten noch immer einen Blastenanteil von mindestens 5 % im Knochenmark und/oder eine extramedulläre Erkrankung.
Unter den 124 Personen mit hoher Krankheitslast zum Zeitpunkt der Leukapherese erhielten 117 eine Form von Bridging-Therapie. Nur 23 % erreichten bis zur Lymphodepletion vor der CAR-T-Infusion eine niedrige Krankheitslast gemäß der vorgenannten Kriterien.
Längeres leukämiefreies Überleben nach erfolgreicher Reduktion der Krankheitslast
Falls dies gelang, fiel die Prognose jedoch erheblich besser aus als bei anhaltend hoher Krankheitslast. Nach zwei Jahren lebten noch 56,3 % mit erfolgreicher Zytoreduktion leukämiefrei, verglichen mit 34,8 % nach deren Scheitern (p = 0,04). Die Rate eines Immuneffektorzell-assoziierten Neurotoxizitätssyndroms (ICANS) oder eines Zytokin-Freisetzungssyndroms (CRS) vom Grad ≥ 3 unterschied sich hingegen nicht gemäß des Bridging-Erfolgs.
Wirksamste Bridging-Therapie bei B-ALL bleibt unklar
Die Forschenden konnten nur wenig belastbare Unterschiede zwischen den verwendeten Modalitäten – intensive Chemotherapie, weniger intensive Chemotherapie, Immuntherapie mit Blinatumomab/Inotuzumab-Ozogamizin, Bestrahlung und/oder Tyrosinkinaseinhibitoren – identifizieren. Nach Adjustierung für weitere Einflussfaktoren ging kein einzelner Bridging-Ansatz mit einem unabhängigen Überlebensvorteil einher. Einzig TKI erhöhten bei geeigneten Erkrankten signifikant die Chance auf eine Zytoreduktion.
Die Autor:innen schlussfolgern, dass es in diesem Setting eher auf die erfolgreiche Zytoreduktion als auf die Bridging-Methode ankommt. Dies spreche dafür, die Überbrückungsstrategien individuell hinsichtlich Effektivität und Toxizitäten zu optimieren.
Murphy L et al. Blood Immunology & Cellular Therapy 2026; doi: 10.1016/j.bict.2026.100066
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