Epcoritamab bietet Optionen für Hochbetagte
DLBCL-Erkrankte, die unfit für anthrazyklinhaltige Regime sind, könnten in der Erstlinie von Epcoritamab profitieren. In EPCORE DLBCL-3 sprachen auf eine Monotherapie knapp 60 % komplett an.
Ältere Erkrankte mit neu diagnostiziertem DLBCL benötigen anthrazyklinfreie Behandlungsoptionen. Ein Team um Prof. Dr. Umberto Vitolo vom Candiolo-Krebsinstitut in Turin testete für unfitte Patient:innen eine Epcoritamab-Therapie mit oder ohne Lenalidomid. In der multizentrischen, randomisierten Phase-2-Studie EPCORE DLBCL-3 behandelten sie insgesamt 108 ältere Betroffene (s. Kasten).
Wer durfte an EPCORE DLBCL-3 teilnehmen?
Alle Teilnehmenden wiesen ein neu diagnostiziertes, CD20-positives LBCL im Ann-Arbor-Stadium II–IV auf. Sie waren median 83 Jahre alt und hatten einen ECOG PS von 0–2. Damit kamen sie aufgrund ihres Alters und/oder Komorbiditäten nicht für eine anthrazyklinhaltige Chemoimmuntherapie infrage.
Im ersten Teil der Studie wurden 88 Erkrankte zu einer Epcoritamab-Monotherapie oder Epcoritamab/Lenalidomid (jeweils zwölf Zyklen) randomisiert. Auf den bispezifischen Antikörper allein sprachen 63,6 % komplett an, auf die Kombination nur 45,5 %. Gleichzeitig erlitten Behandelte mit Epcoritamab/Lenalidomid häufiger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAE; 81 % vs. 64 % unter Monotherapie). Die häufigsten Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3 umfassten mit der Dublette Neutropenie und Infektionen, die jeweils bei etwa 40 % auftraten. Im Monotherapie-Arm waren es Infektionen (18 %) und Fatigue (14 %).
Aufgrund der Unterschiede bei Ansprechrate und Toxizitäten entschieden sich die Forschenden, im zweiten Teil mit Epcoritamab allein fortzufahren. Von den 23 weiteren Teilnehmenden erhielten 22 die Behandlung. In diesem Teil erreichten 45,5 % mit der Monotherapie ein komplettes Ansprechen.
Finale Ansprechrate von 57,6 % auf Monotherapie
Insgesamt lag die komplette Ansprechrate mit Epcoritamab allein über die gesamte Studie hinweg bei 57,6 %. Unter allen Personen, die die Monotherapie erhielten, waren die häufigsten unerwünschten Ereignisse (Grad ≥ 3) Infektionen (24 %), Neutropenie (12 %) und Hypertonie (11 %). Die Rate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen betrug final 70 %.
Die Autor:innen schlussfolgern, dass eine zeitlich begrenzte Epcoritamab-Monotherapie bei älteren DLBCL-Erkrankten mit Komorbiditäten vielversprechende Ansprechraten und ein beherrschbares Sicherheitsprofil zeigte. Allerdings gab es geringfügige Unterschiede zwischen beiden Phasen der Studie. Insgesamt halten sie es für gerechtfertigt, den bispezifischen Antikörper weiter als chemofreie Erstlinienoption zu untersuchen.
Vitolo U et al. Lancet Haematol 2026; 13(7): e435-e448; doi: 10.1016/S2352-3026(26)00112-2