Teclistamab-Monotherapie wirkt bereits in frühen Linien
In MajesTEC-9 verlängerte Teclistamab beim rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom PFS und OS schon in frühen Linien. Es gab allerdings mehr schwere Infektionen als mit den Standardoptionen PVd oder Kd.
Im Rahmen von MajesTEC-9 erhielten knapp 300 Erkrankte mit rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom bereits in der zweiten bis vierten Behandlungslinie eine Teclistamab-Monotherapie. Der bispezifische Antikörper verlängerte das progressionsfreie Überleben gegenüber gebräuchlichen Protokollen erheblich, wie Forschende um Prof. Dr. Dr. Cyrille Touzeau vom Universitätsklinikum in Nantes berichteten.
Studiendesign von MajesTEC-9
An der Phase-3-Studie nahmen knapp 600 Erkrankte mit rezidiviertem/refraktärem Myelom teil, die bereits ein bis drei Therapielinien erhalten hatten. Zu den Vortherapien zählten obligat ein CD38-Antikörper sowie Lenalidomid, aber keine BCMA-gerichtete Behandlung. Die Prüfgruppe (n = 296) bekam ausschließlich subkutanes Teclistamab. Die Kontrollgruppe (n = 297) wurde hingegen mit Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason (PVd) oder mit Carfilzomib und Dexamethason (Kd) behandelt. Zusätzlich empfahlen die Verantwortlichen in beiden Armen eine antimikrobielle Prophylaxe und die Substitution von Immunglobulinen.
Mit Teclistamab blieben fast viermal so viele Patient:innen 18 Monate progressionsfrei am Leben (18-Monats-PFS-Rate 69,8 % vs. 26,9 %). Somit sank das Risiko für Progress oder Tod um 71 % (HR 0,29; p < 0,001). Darüber hinaus sprachen mehr Erkrankte tief auf das Bispezifikum an, mit einer Rate an Komplettremissionen von 65,9 % gegenüber 16,8 % (CR oder besser; p < 0,001).
MajesTEC-9: Teclistamab senkt Sterberisiko um 40 %
Nicht zuletzt hatten Personen im Prüfarm auch bessere Überlebenschancen. Die geschätzte 18-Monats-OS-Rate erreichte mit Teclistamab 79,2 %, mit PVd oder Kd hingegen nur 68,6 % (HR 0,60; p = 0,002).
Die Wirksamkeit von Teclistamab wurde allerdings mit mehr Nebenwirkungen erkauft. Die Rate unerwünschter Ereignisse vom Grad 3/4 betrug 84,9 % vs. 76,3 %. Insbesondere Infektionen dieser Schweregrade kamen mit dem Bispezifikum häufiger vor als in der Kontrolle (41,6 % vs. 29,0 %). Zudem gab es im Prüfarm knapp doppelt so viele tödliche Komplikationen (Grad 5: 6,5 % vs. 3,5 %). Zwei Drittel der mit Teclistamab Behandelten entwickelten ein zumeist niedriggradiges Zytokinfreisetzungssyndrom, 4,1 % ein ICANS.
Touzeau C et al. N Engl J Med 2026; 395(5): 440-453. doi: 10.1056/NEJMoa2603870