Mehr kardiovaskuläre Notfälle in Wintermonaten
Lungenembolien und Aortendissektionen häufen sich im Winter. Eine österreichische Analyse zeigt zudem: An Wochenenden sinken die Fallzahlen – bei Venenthrombosen um bis zu 65 %.
Viele kardiovaskuläre Erkrankungen folgen saisonalen Mustern, mit häufigeren Ereignissen im Winter. Während dies für Herzinfarkte und Schlaganfälle gut erforscht ist, gibt es nur wenige Daten zu anderen Gefäßereignissen. Diese sind meist Notfälle und mit hoher Morbidität und Mortalität verbunden. Welchen Einfluss Tageszeit, Wochentag oder die Jahreszeit auf ihr Auftreten haben, wurde bisher jedoch kaum untersucht.
Die Analyse konzentrierte sich auf akute Gefäßnotfälle
Forschende analysierten daher retrospektive Krankenhausdaten aus Österreich von 2009 bis 2023 im Hinblick auf zeitliche Muster akuter Gefäßnotfälle. Hierfür bezogen sie die absoluten monatlichen Fallzahlen von Aortendissektionen, Aortenrupturen, tiefen Venenthrombosen, Lungenembolien und akuten arteriellen Extremitätenverschlüssen ein.
Saisonale Schwankungen fanden sich insbesondere bei Lungenembolien, Aortendissektionen und tiefen Venenthrombosen. Sie traten im Winter häufiger auf als im Sommer. So lagen die täglichen durchschnittlichen Fallzahlen für Lungenembolien im Januar bei 21,5, im Juni hingegen bei 17,6 (-18,2 %). Bei Aortendissektionen waren es im Februar im Schnitt 2,53 und im August 2,06 Fälle pro Tag (-18,6 %). Hospitalisierungszahlen wegen tiefer Venenthrombosen waren ebenfalls im ersten Quartal am höchsten, schwankten im Jahresverlauf allerdings weniger. Akute Extremitätenischämien und rupturierte Aortenaneurysmen zeigten etwas geringere saisonale Schwankungen von maximal 15 %.
Zudem war die Zahl der Notfälle an Wochenenden deutlich geringer als an Montagen, besonders bei tiefen Beinvenenthrombosen (-65,5 %), akuten Extremitätenischämien (-55,2 %) und Lungenembolien (-52,5 %). An Tagen der Zeitumstellung waren die Fallzahlen ebenfalls niedriger, im Vergleich zu normalen Sonntagen jedoch nur geringfügig.
Quelle:
Leinweber ME, Hofman AG. J Am Heart Assoc 2026; 15: e047293; doi: 10.1161/JAHA.125.047293