VIKTORIA-1: Gedatolisib verdoppelt PFS
Bei Patient:innen mit HR+/HER2- mBC und PIK3CA-Mutation verdoppelte die Kombinationstherapie mit dem Multi-PAM-Inhibitor Gedatolisib plus Fulvestrant ± Palbociclib in VIKTORIA-1 das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Alpelisib/Fulvestrant.
Die ersten Ergebnisse der VIKTORIA-1-Studie bei Patient:innen mit HR+/HER2- fortgeschrittenem/metastasiertem Mammakarzinom und PIK3CA-Mutation ergaben für Kombinationstherapien mit Gedatolisib ein verlängertes PFS im Vergleich zu Alpelisib/Fulvestrant. VIKTORIA-1 sei damit die erste Phase-3-Studie, die einen statistisch signifikanten Vorteil durch einen Multi-PAM-Inhibitor gegenüber der Inhibition eines einzelnen Targets zeige, so Prof. Dr. Sara Hurvitz, Fred Hutchinson Cancer Center, Seattle.1
Konzept der VIKTORIA-1-Studie
Beide Gedatolisib-Kombinationen (Gedatolisib + Fulvestrant ± Palbociclib) wurden im Rahmen der VIKTORIA-1-Studie in zwei Kohorten untersucht – unterteilt nach dem PIK3CA-Status. Alle Patient:innen hatten ein HR+/HER2- fortgeschrittenes Mammakarzinom und waren für das mBC mit maximal zwei endokrinen Therapien, inkl. CDK4/6-Inhibitor, vorbehandelt. Primärer Studienendpunkt ist jeweils das PFS der Dreierkombination Gedatolisib/Fulvestrant/Palbociclib vs. Kontrollarm.
VIKTORIA-1: Medianes PFS fast verdoppelt
Für die Gruppe ohne PIK3CA-Mutation bestätigte sich bereits ein PFS-Vorteil mit beiden Gedatolisib-Kombinationen gegenüber einer Fulvestrant-Monotherapie. Die aktuellen Ergebnisse stammen aus der Studie 2 (Kohorte 2) von Patient:innen mit PIK3CA-Mutation. Als Kontrolle diente Alpelisib/Fulvestrant.
Nach median 12,8 Monaten Follow-up zeigte sich auch hier für beide Gedatolisib-Kombinationen jeweils ein signifikanter Vorteil beim progressionsfreien Überleben. Das mediane PFS fiel jeweils fast doppelt so lang aus wie im Kontrollarm (Triplette: 11,1 Monate vs. 5,6 Monate; HR 0,50; p < 0,0001; Doublette: 11,3 Monate vs. 5,6 Monate; HR 0,51; p = 0,0013). Die Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht reif und zeigen laut Prof. Hurvitz derzeit einen Trend zugunsten der Dreierkombination mit Gedatolisib/Fulvestrant/Palbociclib.
Abbruchrate der Gedatolisib-Kombinationen unter 5 %
Erfreulich ist laut Prof. Hurvitz die niedrige Therapieabbruchrate unter beiden Gedatolisib-Kombinationen (< 4 %). Bei den Nebenwirkungen stehe die Stomatitis mit jeweils gut 61 % unter beiden Prüfregimen im Vordergrund. Diese war mehrheitlich mild/moderat ausgeprägt. Die Neutropenierate lag unter der Dreierkombination mit Palbociclib deutlich höher als in den anderen beiden Armen (alle Grade: 63,4 % unter der Triplette; 1,9 % unter der Doublette; 1,3 % in der Kontrolle). Die Hyperglykämierate schien in beiden Gedatolisib-Armen deutlich niedriger als im Kontrollarm (15,0 % bzw. 11,5 % vs. 57,9 %).
Triplette oder Doublette?
Der Diskutant, Prof. Dr. Matthew P. Goetz, Mayo Clinic, Rochester, wies darauf hin, dass die Studie keine Hinweise darauf gebe, ob die Dreierkombination mit Palbociclib der Doublette vorzuziehen sei.2 Weitere Ergebnisse blieben abzuwarten. Eine offene Frage sieht er außerdem darin, ob eine umfassende frühzeitige Hemmung des PAM-Signalweges besser sei als eine zunächst strategische, selektive Hemmung eines einzigen Zielmoleküls.
1. Hurvitz SA et al. 2026 ASCO Annual Meeting; LBA1008
2. Goetz MP. 2026 ASCO Annual Meeting; Vortrag „Getting it right early in HR+ metastatic breast cancer“