Mehr Adhärenz durch gelungene Kommunikation

Patient:innen motivieren, die Pillen regelmäßig zu nehmen

Jahrestagung 2026*
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|Lesezeit: 3 Min
Sorgfältige Kommunikation erhöht die Adhärenz und reduziert Missverständnisse über die Therapie.

Kommunikation ist eine der wichtigsten Stellschrauben für die Adhärenz, an der Ärzt:innen drehen können. Worauf es ankommt, damit Informationen wirklich ankommen.

„Bis zu 50 % der Patient:innen mit chronischen Erkrankungen nehmen Medikamente nicht wie verordnet ein“, gab Prof. Dr. Marcus Hentrich, Rotkreuzklinikum München, zu bedenken. In der (Hämato-)Onkologie spiele dies eine besondere Rolle bei oralen Tumortherapien, wie sie gegen eine CML eingesetzt werden.

Ursachen mangelnder Adhärenz: von Angst bis Polypharmazie

In Metaanalysen erwiesen sich fehlende Krankheitseinsicht, mangelndes Vertrauen in den Nutzen der Therapie und ein schlechtes Arzt-Patienten-Verhältnis als prädiktiv für Adhärenzprobleme (weitere Faktoren s. Kasten). „Wir müssen versuchen, einen guten Draht zu den Patient:innen aufzubauen“, schlussfolgerte der Kollege.

Das sind Gründe für eine mangelnde Adhärenz

  • Angst und Depression

  • Vergesslichkeit/kognitive Einschränkungen

  • Überforderung

  • mangelndes Krankheitsverständnis

  • Nebenwirkungen

  • komplexe Einnahmeschemata

  • lange Therapiedauer

  • Polypharmazie

  • systembezogene Ursachen (Zeitmangel, fehlende Kontinuität der Arzt-Patienten-Beziehung)

  • unzureichende Aufklärung

  • Kommunikationsprobleme (medizinische Fachsprache, fehlende Empathie, Informationsüberflutung)

Wie können Ärzt:innen die Kommunikation nun praktisch verbessern? „Wir sollten auf Augenhöhe sprechen. Es geht um die Erkrankten, sie müssen die Medikamente nehmen“, konstatierte Prof. Hentrich. Er hält es für zielführender, im Gespräch offene und indirekte anstelle geschlossener Fragen zu stellen. Kolleg:innen erkundigen sich dann beispielsweise „Welche Schwierigkeiten haben Sie bei der Einnahme?“ statt „Nehmen Sie die Medikamente regelmäßig?“. Normalisierungen wie „Viele Patient:innen vergessen gelegentlich Medikamente“ reduzieren zusätzlich Scham und erleichtern so eine ehrliche Antwort. (Mehr Tipps und Tricks zur Kommunikation)

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