Keine Evidenz für frühere Darmspiegelung
Eine Modellierung des IQWiG zeigt: Für frühere oder häufigere Darmspiegelungen bei Personen ohne erhöhtes Risiko gibt es derzeit keine belastbare Evidenz. Dennoch liefert die Analyse Anhaltspunkte für mögliche G-BA-Optionen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geprüft, ob es wissenschaftliche Belege für eine Absenkung der Altersgrenze oder eine Anpassung der Intervalle im Darmkrebs-Screening gibt. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass weder für eine Senkung der unteren Altersgrenze von 50 auf 45 Jahre noch für eine Änderung der Koloskopie-Frequenz belastbare Evidenz vorliegt. Neue Studien, die Klarheit schaffen könnten, sind in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Für aussagekräftige Ergebnisse wären große Kohorten über lange Beobachtungszeiträume erforderlich.
Um dennoch Orientierung zu bieten, hat das IQWiG eine modellgestützte Analyse entwickelt. Diese simuliert verschiedene Varianten der Darmkrebs-Früherkennung, etwa eine Erweiterung der Altersgrenzen oder geänderte Testabstände. Das Modell zeigt, dass mit mehr Tests zwar mehr Karzinome entdeckt und Todesfälle verhindert werden können, der diagnostische Aufwand und die Belastung für die untersuchten Personen jedoch ebenfalls steigen.
Mehrere Optionen erscheinen daher denkbar – von einer Ausweitung der Altersgrenzen über angepasste Untersuchungsabstände bis hin zum Beibehalten der aktuellen Screening-Strategie. Die Modellierung soll dem G-BA helfen, die Vor- und Nachteile möglicher Varianten gegeneinander abzuwägen.
Abschlussbericht liegt dem G-BA vor
Der G-BA hatte das IQWiG Ende 2024 mit der Untersuchung beauftragt. Nach Veröffentlichung des Vorberichts und Abschluss des Stellungnahmeverfahrens wurde der überarbeitete Abschlussbericht im März 2026 an den Auftraggeber übermittelt. Die Stellungnahmen und das Protokoll der wissenschaftlichen Erörterung erscheinen zeitgleich mit dem Bericht.