Rheumatoide Arthritis: Wer hat ein hohes Sarkopenierisiko?
Menschen mit rheumatoider Arthritis weisen oft eine Sarkopenie auf. Neben dem Geschlecht haben einer Studie zufolge auch die Krankheitsdauer und die medikamentöse Therapie einen Einfluss auf die Entwicklung des Muskelabbaus.
Wie ausgeprägt bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) das Risiko für einen Verlust von Muskelmasse ist, untersuchte eine Arbeitsgruppe um Huijuan Wang von der Shanghai University of Traditional Chinese Medicine. Eingeschlossen in ihre Studie waren 978 RA-Kranke. Ihre Muskelmasse wurde mittels bioelektrischer Impedanzanalyse bestimmt, die Muskelkraft anhand der Handgriffkraftmessung.
Sarkopenierisiko bei Rheuma unter TNF-Blockern geringer
Insgesamt lag bei 182 der Teilnehmenden eine Sarkopenie vor, entsprechend einer Prävalenz von 18,6 %. In der multivariablen Analyse waren mehrere Faktoren unabhängig mit einer Sarkopenie verbunden: Männer waren deutlich häufiger betroffen als Frauen (Odds Ratio, OR, 9,14). Auch eine längere Krankheitsdauer (OR 1,05) und höhere Rheumafaktorspiegel (OR 1,00) waren damit assoziiert. Ein höherer BMI war dagegen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Sarkopenie verbunden (OR 0,59). Zudem nahm mit steigender Prednisondosis die Wahrscheinlichkeit einer Sarkopenie zu (OR 1,09). Demgegenüber war eine Sarkopenie unter TNF-Blockern (OR 0,50) und Tocilizumab (OR 0,49) weniger wahrscheinlich.
Diese Ergebnisse können helfen, ein erhöhtes Sarkopenierisiko früher zu erkennen, so die Forschenden. Sie betonen jedoch, dass die Studie aufgrund ihres Designs keine Aussage zur Kausalität erlaube und für generelle Empfehlungen weitere Untersuchungen notwendig seien.
Wang H, et al. RMD Open 2026; 12: e006945. doi: 10.1136/rmdopen-2026-006945
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