Chronische Schmerzen wirksam behandeln

Selbstgesteuerte Verhaltenstherapie lindert chronische Schmerzen nachhaltig

Aus der Fachliteratur
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Chronische Schmerzen sprechen gut auf eine kognitive Verhaltenstherapie an.

Eine selbstgesteuerte kognitive Verhaltenstherapie hat bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen die schmerzbedingte Beeinträchtigung stärker reduziert als die konventionelle KVT – und der Effekt hielt bis zu zwölf Monate an.

Chronische muskuloskelettale Schmerzen sprechen meist gut auf eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) an. Vielen Betroffenen fällt es allerdings schwer, regelmäßig Termine bei einer Therapeutin oder einem Therapeuten wahrzunehmen. Eine selbstgesteuerte KVT kann die Inanspruchnahme steigern und ist ähnlich effektiv wie die konventionelle klinische Betreuung. Das zeigt die aktuelle Studie eines Teams um Dr. Alicia Heapy,  VA Connecticut Healthcare System, an der sich zwischen 2019 und 2024 neun Gesundheitssysteme der US-amerikanischen Veterans Health Administration beteiligt hatten. 

Feedback durch Sprachnachrichten statt in konventionellen Sitzungen

Eingeschlossen wurden 764 Erwachsene mit chronischen muskuloskelettalen Schmerzen bzw. mit einem chronischen Schmerzsyndrom oder einer Schmerzstörung mit psychologischen Faktoren. 384 von ihnen absolvierten zehn Wochenmodule „selbstgesteuerte KVT“, welche das zielorientierte Einüben von Schmerzbewältigungsstrategien, Schulungen sowie ein Gehprogramm umfassten. Den Behandlungsverlauf dokumentierten sie elf Wochen lang täglich mithilfe eines interaktiven Sprachdialogsystems. Auf der Basis dieser Aufzeichnungen versorgten Coaches sie wöchentlich mit personalisierten Feedback-Sprachnachrichten. Die 380 Personen der Kontrollgruppe absolvierten vier bis elf Wochen lang eine therapeutengeleitete KVT mit Sitzungen in Präsenz, per Videokonferenz oder per Telefon.

Mit selbstgesteuerter Therapie schon nach vier Monaten weniger Schmerzen

Die Personen der Interventionsgruppe begannen ihre Behandlung signifikant früher und nahmen mehr geplante Therapiesitzungen in Anspruch als die Kontrollen. Nach vier Monaten bot die selbstgesteuerte KVT einen leichten, aber signifikanten Vorteil im Hinblick auf das Ausmaß subjektiver schmerzbedingter Beeinträchtigungen, der auch noch nach sechs und zwölf Monaten anhielt. Auch bezüglich der sekundären Endpunkte (Schmerzintensität, Schmerzauswirkungen, Katastrophisieren, Selbstwirksamkeit, Schlaf, Global Impression of Change, depressive Symptome nach vier Monaten) war sie dem Behandlungsstandard überlegen.

Heapy AA et al. JAMA 2026; doi: 10.1001/jama.2026.7861

Dr. Judith Lorenz

Dr. Judith Lorenz ist als freie Autorin für die Medical Tribune und die damit assoziierten Publikationen tätig. Sie bearbeitet Themen aus allen Fachbereichen der Medizin.

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